Melinda Simon hat ihr Kunststudium mit einem Diplom abgeschlossen und ihr erstes Buch veröffentlicht. Foto: Caroline Holowiecki

Melinda Simon aus Stuttgart-Vaihingen hat gerade erst ihr Kunststudium mit einem Diplom abgeschlossen, ihr erstes Buch ist trotzdem bereits erschienen, und Kurse in ihrer Heimatstadt Filderstadt sind ebenfalls geplant.

Vaihingen/Filderstadt - Blaue Augen, braune Augen, Katzen- und Menschenaugen, große runde Augen und leicht zusammengekniffene. Bei Melinda Simon daheim ist man ständig unter Beobachtung. Die Wände der Wohnung in Stuttgart-Vaihingen sind über und über bestückt mit ihren Bildern. Melinda Simon ist Künstlerin. Sie zeichnet und malt vor allem Gesichter, und „die Augen sind für mich das Wichtigste. Damit kann man Emotionen am besten transportieren“. Gerade hat sie ihr Studium an der Freien Kunstschule mit Sitz in Bad Cannstatt abgeschlossen. Als Diplomarbeit hat die 23-Jährige eine Reihe von großformatigen Porträts eingereicht. Sechs Gesichter vor farbenfrohem Hintergrund, in Acrylmalerei überaus realistisch gestaltet, aber auch ein Stück weit abstrakt verfremdet.

Das Talent liegt in der Familie

Erst das Diplom, dann die Aufträge? Bei Melinda Simon lief es etwas anders. Noch als Kunststudentin hat sie ihr erstes Buch bei einem Kreativ-Fachverlag veröffentlicht. In „The Face. Zeichnen – Vom Gesicht zum Porträt“ wird Schritt für Schritt erklärt, wie man gekonnt porträtiert. Den Job bekommen hatte sie durch die Teilnahme an einem Wettbewerb. Bei „Die Kunst des Zeichnens“ hatte sie den dritten Platz belegt – und prompt einen Anruf der Produktmanagerin erhalten. Melinda Simon ist sichtlich stolz auf ihren Erstling. „Manche streben ein Leben lang darauf hin, so ein Buch zu schreiben, mir wurde es in die Hand gelegt“, sagt die 23-Jährige.

Dabei wollte Melinda Simon ursprünglich mal Fotografin werden, deswegen hatte sie in der Schule den Kunst-Leistungskurs belegt. „Da habe ich merkt: Hey, ich kann ja malen“, erzählt sie. Geerbt hat sie ihr Talent zweifelsohne von den Eltern. Der Vater ist ebenfalls Künstler, die Mutter hatte früher ein Fotostudio in Bernhausen. Von den Eltern, die in Plattenhardt leben, hat sie sich viel abgeguckt. „Wenn mein Papa früher gemalt hat, war ich immer dabei. Ich höre die gleiche Musik wie er“, sagt sie und lacht. Bei Queen oder Fleetwood Mac sei sie besonders kreativ. Nahezu täglich widme sie sich ihrer Kunst, um zu üben und Neues entstehen zu lassen. „Ich plane nicht viel, ich mache einfach“, sagt die junge Frau.

Ist Ziel ist es, von der Kunst zu leben

Jetzt will Melinda Simon richtig durchstarten – und hauptberuflich als Künstlerin arbeiten. „Mein Ziel ist, davon zu leben“, sagt sie. Klappen soll das durch den Verkauf ihrer Bilder, durch Auftragsarbeiten, etwa Zeichnungen von Haustieren nach Fotografien, oder durch das Angebot von Workshops. Vielversprechende Kontakte zur Kunstschule Filderstadt hat sie schon geknüpft, wie sie sagt. Bis dahin befüllt sie ihre diversen Social-Media-Kanäle fleißig mit Inhalten oder malt in Live-Streams über das Videoportal Twitch.

Auch die Buchverkäufe sollen freilich etwas in ihre Künstlerkasse spülen. Von ihrem Buch „The Face“ wird aktuell die zweite Auflage gedruckt, Gespräche bezüglich weiterer Projekte laufen mit dem Verlag bereits, erzählt sie. Und auch die erste kleine Ausstellung in der Galerie einer Kommilitonin ist für diesen Winter noch geplant. Eine Karriere wie gemalt. Melinda Simon nickt und strahlt. „Es läuft richtig gut.“

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