Foto: Thomas Krämer

Beim Tag der offenen Tür präsentiert die Kunstschule einen Teil ihrer Angebote und feiert am Abend ein internationales Fest unter dem Motto „Das Leben ist bunt“

Plattenhardt - Als die Trommeln der „Tent Drummers“ am Abend in der Schillerturnhalle verstummen, geht ein langer Tag in der Kunstschule Filderstadt langsam zu Ende. Zuvor waren beim internationalen Fest unter dem Motto „Das Leben ist bunt“ unter anderem die Video-Künstlerin Juladi und der Performance-Künstler Volker Illi aufgetreten.

Am Nachmittag bereits hatte die Kunstschule in Plattenhardt sich und ihr Angebot beim Tag der offenen Tür präsentiert. Waren im ganzen Haus Arbeiten von Kursteilnehmern zu sehen, die in den vergangenen Monaten entstanden sind, konnten vor allem Kinder und Jugendliche in der Holzwerkstatt werkeln, in den Ateliers malen oder Keramiken herstellen.

30 Jahre wird die Kunstschule im kommenden Jahr alt. Und das soll im Februar im Rahmen des jährlich stattfindenden Internationalen Festes groß gefeiert werden. Geplant ist außerdem ein Kunstschultag, an dem Vertreter sämtlicher 36 Kunstschulen in Baden-Württemberg zu ihrem Jahrestreffen zusammenkommen. Die Fachtagung soll nach Worten des Kunstschulleiters Ali Schüler dem Austausch und der Fortbildung dienen.

Jugendliche aus jeder Kunstschule in Baden-Württemberg kommen nach Filderstadt

Zweiter Bestandteil der Feierlichkeiten soll das Kunst-Camp sein, dass seit 2010 an wechselnden Orten im ganzen Land vom Landesverband der Kunstschulen ausgerichtet wird. Dazu werden von jeder Kunstschule in Baden-Württemberg ein bis zwei besonders begabte Jugendliche im Alter zwischen 16 und 23 Jahren ausgewählt und nach Filderstadt geschickt – für Schüler und sein Team eine arbeitsintensive, aber gleichzeitig auch spannende Herausforderung.

„Dieses Kunst-Feriencamp erfordert viel Vorbereitung“, sagt Schüler. Denn die Jugendlichen werden eine Woche lang in Filderstadt leben und arbeiten. Dozenten und Künstler der Filderstädter Kunstschule werden ihnen verschiedene Angebote in Form von Workshops machen. „Die Vorbereitungen laufen, es könnten Malerei und Bildhauerei sein, aber auch Keramikarbeiten oder Schweißen“, berichtet Schüler von seinen Ideen. Mögliche Kooperationspartner können dabei das Filderstädter Kunstbüro mit der Siebdrucksammlung des Landes oder das Stadtjugendreferat sein. Auch eine Beteiligung an den Feierlichkeiten zu 750 Jahre Plattenhardt sei denkbar. „Natürlich sollen die Jugendlichen in dieser Woche auch Filderstadt kennenlernen“, ergänzt er. Die Ergebnisse des Kunst-Camps sollen im im Anschluss in der Städtischen Galerie in Bonlanden gezeigt werden.

Die Angebote haben längst die Grenzen zur Freizeitgestaltung überschritten

Eine Broschüre zum 30-jährigen Bestehen der Kunstschule soll als dritter Bestandteil des Jubiläums die Geschichte der Plattenhardter Institution aufzeigen, die ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal in der Region hat. „Die Kunstschule ist 1989 aus der Volkshochschule heraus entstanden“, sagt Schüler. Gestartet sei man damals mit 25 Angeboten. 2016 bot die Kunstschule 450 Kurse, Ausstellungen und Projekte an und zählte rund 8500 Teilnehmer.

Das veranschaulicht die Entwicklung der Kunstschule, deren Angebote schon lange die Grenzen zur künstlerischen und kreativen Freizeitgestaltung überschritten haben. „Die Kunstschule ist eine der tragenden Säulen in den Partnerschaften der Ganztagsschulen in Filderstadt“, heißt es in einer Vorlage der Stadtverwaltung, die kürzlich den Filderstädter Gemeinderäten vorgelegt worden war. Vor elf Jahren, so Schüler, habe man mit mit Angeboten für die Ganztagsschulen begonnen. „Die Nachfrage nimmt zu“, hat er festgestellt. Die Kunstschule sei jedoch mittlerweile an der Grenze, um die nötigen Fachkräfte für die Nachmittagsangebote zu finden, die sowohl in den Schulen als auch in den Werkstätten der Kunstschule stattfinden. „Dafür müssen wir Lösungen finden“, sagt Schüler und denkt dabei auch an eine Einbindung in den Vormittagsunterricht.

„Wir wollen“, sagt Barbara Grupp von der zur Kunstschule gehörenden Jugendkunstschule, „in die Stadt hineinwirken und unsere Angebote ausbauen und vertiefen“. „Es geht darum, die Position der Kunstschule in der Stadt zu halten, und dafür braucht es Aufmerksamkeit“, sagte Filderstadts Oberbürgermeister Christoph Traub. Das Jubiläum im kommenden Jahr bietet dafür eine sehr gute Möglichkeit.

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