Mit sechs Niederlagen aus den vergangenen sieben Spielen geht Handball-Bundesligist TVB Stuttgart in die WM-Pause. Geschäftsführer Jürgen Schweikardt spricht über den Negativtrend, die Stellschrauben, an denen gedreht werden muss, und die Trainerfrage.
Vom Saisonziel Platz zwölf ist der Handball-Bundesligist TVB Stuttgart sechs Punkte entfernt, von einem Abstiegsplatz nur vier Zähler. Wie blickt Geschäftsführer Jürgen Schweikardt aufs Jahr 2023?
Herr Schweikardt, wie enttäuscht sind Sie über den Jahresabschluss?
Das Spiel beim HC Erlangen war eines unserer besseren Spiele, bei dieser 28:31-Niederlage war durchaus was drin für uns. Doch in den entscheidenden Momenten haben wir zu viele klare Chancen liegen lassen. Insgesamt ist die Punktausbeute mit 10:26 Zählern sehr enttäuschend, wir haben vier bis sechs Punkte zu wenig auf dem Konto.
Wie sehr macht Ihnen der Negativtrend Sorgen?
Wenn wir aufs komplette Jahr 2022 blicken, dann haben wir eine gute Rückrunde 2021/22 gespielt und jetzt keine gute Hinserie. Die Tendenz in den vergangenen Spielen ist ergebnistechnisch nicht gut. Die Leistung beim HC Erlangen war für mich ein kleiner Lichtblick, was nichts daran ändert, dass wir uns steigern und stabilisieren müssen.
Das Polster auf den Abstiegsplatz beträgt gerade mal vier Punkte. Geht’s nur noch darum drinzubleiben?
In erster Linie geht’s darum drinzubleiben, ja. Wir wollen jetzt erst einmal nicht mehr über unser Saisonziel Platz zwölf sprechen, was nicht heißt, dass wir unsere mittel- und langfristigen Ziele über Bord werfen. Zunächst geht es aber in der WM-Pause darum, an den entscheidenden Stellschrauben zu drehen, um ein paar Prozent mehr an Leistung herauszukitzeln.
„Es fehlt nicht viel zum Mittelfeld“
Wo gilt es konkret anzusetzen?
Ich will unserer Analyse nicht vorgreifen. Für mich ist klar, dass vom Potenzial und von den Voraussetzungen her nicht viel fehlt zum Mittelfeld der Liga. Die Rädchen greifen aber noch nicht ineinander. Wir hatten vor Saisonbeginn sechs, sieben Neuzugänge, dann einen Trainerwechsel nach fünf Spieltagen, das spielt alles eine Rolle.
Stichwort Trainer. Die Vereinbarung mit Michael Schweikardt gilt bis zum Saisonende. Wann fällt die Entscheidung, ob er darüber hinaus weitermacht?
Nach unserer Analyse sprechen wir im Januar mit den Gesellschaftern – völlig ergebnisoffen. Das war von vornherein so vereinbart.
Steht die Entscheidung vor dem Bundesliga-Wiederbeginn im Februar dann fest?
Das glaube ich eher nicht, aber ich kann es nicht mit Sicherheit sagen.
Gibt es eine Tendenz, dass Ihr Bruder am Saisonende wieder in das Scouting und die Jugendarbeit zurückkehrt?
Nein, es gibt aus meiner Sicht keine Tendenz in irgendeine Richtung.
„Micha arbeitet mit Freude“
Wie bewerten Sie seine Arbeit?
Er hat uns nach den 0:10 Punkten sehr geholfen. Die danach folgenden 8:2 Punkte unter seiner Regie waren gut und wichtig. Mit den letzten Spielen konnten wir alle nicht zufrieden sein. Was nichts daran ändert, dass Micha mit Freude an der Aufgabe arbeitet. Grundsätzlich wird die Analyse aber schon tiefgründiger sein. Wie ist die Entwicklung? Wie sind die Zukunftsaussichten auf Erfolg?
Die Entwicklung kann Sie im achten Bundesligajahr aber doch nicht zufriedenstellen?
Wir haben uns in der Tabelle und als Gesamtpaket nicht weiterentwickelt. Individuell und strukturell aber schon. Für 2023 wünsche ich mir, dass diese Fortschritte des Vereins sich auch aufs Spielfeld auswirken.
So geht’s für den TVB 2023 weiter
Bundesliga
TVB – SG Flensburg-Handewitt (12. Februar, 16.05 Uhr), Rhein-Neckar Löwen – TVB (19. Februar, 16.05 Uhr), Bergischer HC – TVB (26. Februar, 16.05 Uhr), TVB – Frisch Auf Göppingen (2. März, 19.05 Uhr).