Veronika und Michael Kienzle: „Das Leben mit Tagesbesuchern aus der Region ist schwierig.“ Foto: Lg/Piechowski

Das Ehepaar Veronika und Michael Kienzle lebt gerne in der Stadt. Manchmal müsse man aber die Tür schließen, um sich zu schützen. Die Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte und der Redenschreiber von Winfried Kretschmann beklagen das Verhalten der Partytouristen in der City.

Stuttgart - Das Ehepaar Veronika und Michael Kienzle lebt gerne in der Stadt. Manchmal müsse man aber die Tür schließen, um sich zu schützen. Die beiden sind nicht nur miteinander verheiratet, sondern auch in ihren Funktionen das Innenstadtpaar schlechthin: Veronika Kienzle ist Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte, Michael Kienzle ist Vorstand der Stiftung Geißstraße. Im Interview sprechen die Grünen-Politiker über ihr Stuttgart-Bild – und davon, wie dieses manchmal getrübt wird.

Frau Kienzle, wo ist Stuttgart so, wie Sie sich es sich vorstellen?
Veronika Kienzle Rund ums Rathaus, am Hans-im-Glück-Brunnen und rüber bis zum Stadtgarten. Das ist für mich die Stuttgarter Mitte und genau der Bereich, wo ich mich auch zu Fuß und mit dem Fahrrad bewege.
Und Ihr Stuttgart, Herr Kienzle?
Michael Kienzle Mein Stuttgart ist in meinem Kopf. Ich begreife Stuttgart weniger geografisch, sondern mental. Schade ist nur, dass die Wirklichkeit gegen meine Vorstellungen meist abfällt.
Veronika Kienzle Wobei gerade das Quartier am Hans-im-Glück-Brunnen von der Kommunikation geprägt ist. Es geht weniger um die Orte an sich, sondern um die Menschen und Initiativen, die in Kontakt zueinander stehen.
Das heißt, dass die wahre Stuttgarter Mentalität hier in diesem Quartier lebt?
Veronika Kienzle Eine davon. Das Bohnenviertel hat wiederum eine andere und das Hospitalviertel noch einmal eine andere. Die acht Innenstadtquartieresind weitgehend autonom und erfinden sich immer wieder neu.
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