Markus Würtele blickt einem emotionalen Abschiedsspiel am Sonntag entgegen. Foto: Baumann

Markus Würtele, seit 2003 bei den Stuttgart Scorpions, spricht über seinen Rückzug als Vorsitzender des American-Football-Vereins. Das Kellerduell zum Saisonabschluss am Sonntag (15 Uhr) im heimischen Gazi-Stadion gegen die Saarland Hurricanes ist sein Abschiedsspiel.

Stuttgart - Die Stuttgart Scorpions ohne Markus Würtele (30) – kaum vorstellbar. Doch der seit Kurzem in Leinfelden-Echterdingen wohnende Informatiker aus Weinstadt-Strümpfelbach, der 2003 als Teenager bei dem Erstligisten mit American Football anfing und bis 2013 selbst spielte, legt nach sieben Jahren als Vorsitzender sein Amt nieder. Das Kellerduell zum Saisonabschluss am Sonntag (15 Uhr) im heimischen Gazi-Stadion gegen die Saarland Hurricanes ist sein Abschiedsspiel.

Herr Würtele, gehen Sie im Groll oder im Guten?
Ich gehe im Guten, nicht im Bösen. Ich sehe mich einfach nicht in der Lage, noch mehr Energie reinzustecken in nächster Zeit. Für die Neuerungen, die der Verein braucht, muss man das aber tun.
Amtsmüdigkeit und Abnutzungserscheinungen haben Sie als Gründe angegeben.
Es hat mir bei manchen Sachen in diesem Jahr die Motivation gefehlt, diese abzufangen. Ich habe Probleme vorhergesehen, aber mich nicht motiviert gefühlt, sie im Voraus zu beheben – auch wenn es gar nicht meinen Bereich betroffen hat. Die Abende, an denen ich mich zu Hause hingesetzt und Vereinsarbeit gemacht habe, sind weniger geworden. Ich habe zwar nichts vernachlässigt, doch ich hatte nicht mehr die Power für mehr.
Ist ein Nachfolger in Sicht, der sich bei der Mietgliederversammlung am 15. September zur Wahl stellt?
Nein. Zumindest ist mir nichts bekannt.
Ärgert es Sie, dass angesichts der durchwachsenen sportlichen Bilanz in Ihrer Amtszeit einige Kritik aufgekommen ist und ein wenig übersehen wird, dass Sie die Scorpions schuldenfrei gemacht und Ihnen den ersehnten neuen Trainingsplatz verschafft haben?
Wer mich kennt, der weiß, dass es mir nicht nur um das Sportliche geht. Natürlich ist das aber auch wichtig. Deshalb habe ich im Endeffekt meinen Ausstieg Anfang Juli meinen Vorstandskollegen unter der Prämisse verkündet, dass wir nicht absteigen, sonst hätte ich den Verein weiter angeführt.
Die Scorpions haben erstmals in diesem Jahrtausend Abstiegssorgen, wobei alles dafür spricht, dass es gutgehen sollte.
Theoretisch können wir noch Letzter werden, was die Relegation bedeuten würde, praktisch aber eher nicht. Ich sehe unsere Chancen auf einen Sieg gegen die Saarland Hurricanes ziemlich gut und denke auch, dass die Munich Cowboys nichts bei Frankfurt Universe reißen – beides müsste ja gegen uns laufen.
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