Die Regeln sind bekannt. Doch ab und an halten sich Badegäste nicht daran. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Wieder soll es in einem Freibad in Stuttgart einen sexuellen Übergriff auf minderjährige Mädchen gegeben haben. Dieses Mal hat offenbar ein junger Flüchtling aus dem Irak im Freibad Untertürkheim zwei Jugendliche begrapscht.

Stuttgart - Polizeibeamte haben am Mittwochnachmittag im Inselbad in Untertürkheim einen 26-jährigen Flüchtling aus dem Irak vorläufig festgenommen. Der Mann soll zuvor mehrere Mädchen, darunter zwei 17-Jährige, sexuell belästigt haben. Ein Bademeister hatte den ­Tatverdächtigen gegen 14.50 Uhr dabei beobachtet, wie er sich im Strudelbecken mehreren Mädchen, darunter den beiden 17-Jährigen, näherte und sie mehrfach unsittlich am Gesäß und an den Oberschenkeln berührte.

Der Bademeister hielt den 26-Jährigen daraufhin fest und übergab ihn den alarmierten Polizeibeamten. Der Tatverdächtige wurde nach Abschluss der Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Zeugen und weitere Geschädigte werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei unter der Rufnummer 07 11 / 89 90 - 57 78 in Verbindung zu setzen.

Seit ähnlichen Übergriffen im Freibad in Kirchheim/Teck im Kreis Esslingen und vereinzelt auch in Freibädern in Stuttgart sind die Angestellten in den Bädern sensibilisiert.

Ende Juli hatten mehrere zehn bis 14 Jahre alte Mädchen Anzeige erstattet, weil sie im Schwimmbecken und im Strudelkanal des Kirchheimer Bads von einer Gruppe Flüchtlingen sexuell belästigt worden seien. Als die Polizei schließlich ein Hausverbot gegen einen 17-Jährigen durchsetzen wollte, war es zu Tumulten gekommen. Rund 30 männliche Badegäste hatten sich mit dem 17-Jährigen solidarisiert, was zu einem größeren Polizeieinsatz geführt hatte.

Genaue Zahlen zur sexuellen Belästigung gibt es nicht. Von der anzüglichen Bemerkung bis zum Griff an den Po - „es gibt ein hohes Dunkelfeld, nicht alles wird angezeigt“, sagt ein Sprecher des Innenministeriums. 2015 verzeichnete die Kriminalstatistik im Südwesten 3317 Fälle von „Beleidigung auf sexueller Grundlage“. Außerdem wurden im vergangenen Jahr 5500 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung registriert. Dazu zählen dann auch Vergewaltigungen, Missbrauch und sexuelle Nötigungen. In Schwimmbädern gab es 89 solcher Fälle.

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