Tatort Freibad in Kirchheim unter Teck: Wo eigentlich entspannt geschwommen werden sollte, kommt es am Mittwoch zu schlimmen Szenen. Foto: dpa/Symbolbild

Ein renitenter Jugendlicher muss im Kirchheimer Freibad von der Polizei abgeführt werden. Kurze Zeit später melden Mädchen und Frauen unter Tränen mehrere sexuelle Belästigungen.

Kirchheim unter Teck - Im Freibad in Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen) hatte die Polizei am Mittwochnachmittag bei einem Großeinsatz alle Hände voll zu tun.

Wie die Beamten mitteilen, hatte sich ein jugendlicher Badegast wiederholt nicht an die Sicherheitsregeln des Freibads gehalten und wurde deshalb vom Bademeister bereits mehrfach erfolglos ermahnt. Als der Bademeister dem jungen Mann ein Hausverbot erteilte, weigerte sich dieser, zu gehen. Zur Unterstützung wurde die Polizei gerufen. Gegenüber den Polizisten verweigerte der 17-Jährige beharrlich die Angabe seiner Personalien, so dass er schließlich zur Klärung seiner Identität aufs Polizeirevier gebracht werden sollte. Am Ausgang sperrte sich der Jugendliche und nahm eine drohende Angriffshaltung gegenüber den Polizisten ein. Mit körperlicher Gewalt konnte er schließlich überwältigt und in Gewahrsam genommen werden. Dabei wurden zwei 25 und 44 Jahre alte Polizeibeamte leicht verletzt.

Stimmung heizt sich auf

Laut Polizei hatten etwa dreißig umstehende Badegäste den Widerstand des 17-Jährigen weiter angeheizt und die Beamten beschimpft. Ein Bademeister hielt die teilweise aufgebrachten Badegäste zurück. Dabei wurde er am Hals gepackt und umgestoßen. Auf dem Polizeirevier konnte die Identität des in Notzingen wohnhaften 17-Jährigen schließlich geklärt werden. Gegen den Jugendlichen und den noch nicht identifizierten Badegast, der den Bademeister gepackt und umgestoßen hatte, wird wegen Körperverletzung ermittelt.

Während des Polizeieinsatzes kamen andere Badegäste auf die Polizisten zu und berichteten von sexuellen Belästigungen. Teilweise unter Tränen und völlig aufgelöst schilderten Mädchen und Mütter Vorfälle, die sich überwiegend im belebten Strudelbecken ereignet haben sollen. Gegen 16.45 Uhr wurde dort einer Zehnjährigen das Bikini-Oberteil weggezogen. Kurz darauf fasste ein Unbekannter einer Elfjährigen an den Po. Die Polizei konnte anhand von Zeugenhinweisen einen 21 Jahre alten Tatverdächtigen im Freibad ausfindig machen und zur Klärung des Sachverhalts aufs Revier bringen.

Mädchen wurden begrapscht und belästigt

Gegen 17 Uhr wurde einer Dreizehnjährigen im Strudelbecken von einem Badegast, Anfang Zwanzig, an den Po gefasst und die Bikini-Hose herabgezogen. Ein Bademeister beobachtete die Situation und stellte den Verdächtigen gleich nach der Tat zur Rede. Bevor seine Personalien festgestellt werden konnten, machte sich der Mann aus dem Staub. Im Nichtschwimmerbereich fasste gegen 17.30 Uhr ein 25 bis 30 Jahre alter Mann zwei 14 Jahre alte Mädchen an die Brüste und in den Schritt. Zeitweise soll er zudem sein erregtes Glied an den Mädchen gerieben haben.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise unter der Telefonnummer 07021/5010.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: