Was treibt Zeitgenossen dazu, andere Menschen mit so einer Maske zu erschrecken? Foto: dpa

Landesweit informiert die Polizei über Konsequenzen für Horror-Clowns und gibt den Bürgern Empfehlungen, wie sie vorgehen sollten. Wer mit Gruselmaske arglose Passanten erschreckt, verhält sich asozial, meint Matthias Schiermeyer. Dies sollte nicht verharmlost werden.

Stuttgart - Der Direktor von Zirkus Roncalli, Bernhard Paul, glaubt, dass die Grusel-Clowns so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind. Wenn er da mal nicht irrt. Befeuert von den sozialen Netzwerken macht sich rasant ein Gebaren breit, das nur schwer eindämmbar scheint. Wenn die Polizei den Bürgern bereits flächendeckend Verhaltenshinweise gibt, liegt offenkundig etwas im Argen.

Im Graubereich zur Strafbarkeit

Es steht jedem frei, Gleichgesinnte mit einer Horrormaske zu belustigen – Geschmackssache. Was aber treibt Menschen dazu, Unbeteiligte mit Beil, Messer und Säge zu erschrecken? Halloween mag der Ursprung sein, taugt aber ebenso wenig als Erklärung wie das berühmte Roman-Monster Pennywise von Stephen King, der seine Figur als Pervertierung des Clowns entworfen hatte. Vielmehr tut sich hier ein reales Gemisch von jugendlichem Leichtsinn und Langeweile auf, von Primitivität, Sadismus und mangelndem Selbstwertgefühl.

Eine infolge der Flüchtlingskrise ohnehin schreckhafte Gesellschaft muss so ein Verhalten an der Grenze zum Asozialen nicht gutheißen, zumal die Grusel-Clowns sich in den Graubereich zur Strafbarkeit begeben – vor allem wenn Begegnungen eskalieren. Derlei Nötigungen sind von den Behörden daher strikt zu verfolgen. Sonst treten spätestens im nächsten Herbst noch mehr Spinner als Horrorclowns auf.

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