Dieses Bild auf der Website von H&M löste einen Rassismus-Skandal aus. Foto: dpa

Zahlreiche renommierte Unternehmen stolpern mit ihrer Werbung immer wieder über Rassismus und Sexismus. In unserer Bilderstrecke gibt es eine Übersicht der bekannt gewordenen Skandale aus den vergangenen Monaten.

Stuttgart - Egal ob rassistisch, sexistisch oder einfach nur dämlich. So manche gut gemeinte Marketing-Aktion renommierter Unternehmen hat in den vergangenen Monaten einen Shitstorm ausgelöst. Oftmals ließen die betroffenen Firmen die kritisierten Produkte, Bilder oder Slogans schnell wieder in der Schublade verschwinden und sprachen eine öffentliche Entschuldigung aus.

Anfang des Jahres hagelte es beispielsweise für den schwedischen Modekonzern H&M reihenweise Rassismusvorwürfe. Im Online-Shop des Labels war vorübergehend ein kleiner farbiger Junge in einem grünen Kapuzen-Pulli abgebildet, der den Schriftzug „Coolest Monkey in the Jungle“ (deutsch: coolster Affe im Dschungel) zeigte. Der aktuelle Fall des Bekleidungsunternehmens Peek & Cloppenburg sorgte am Donnerstag für Schlagzeilen. In einem Werbekatalog wurde mit dem KZ-Spruch „Jedem das Seine“ geworben. Eine Sprecherin entschuldigte sich daraufhin und nannte den Vorfall eine „verbale Ungeschicklichkeit.“

Der Süßigkeitenhersteller Storck postete ein Bild eines Schokokusses am Tag der Hochzeit von Meghan Markle und Prinz Harry auf Facebook. Für viele war das eine Anspielung an die dunkle Hautfarbe der Braut. Das Unternehmen entschuldigte sich mit einem Kommentar auf der Dickmann’s-Facebook-Seite und löschte den als rassistisch kritisierten Beitrag.

Der Discounter Lidl warb zum diesjährigen Muttertag mit reduzierten Angeboten für Haushaltsgeräte wie Dampfbügeleisen oder Handstaubsauger. Viele Kommentatoren im Netz kritisierten Lidl für die limitierende Geschlechterrolle, welche impliziert wird.

Der niederländische Brauereikonzern Heineken veröffentlichte einen Clip, um die Light-Variante seines Biers zu bewerben. In dem TV-Spot reicht der Barkeeper einer farbigen Frau das beworbene Produkt und mehrere dunkelhäutige Menschen werden eingeblendet. Das Bier hebt die Stimmung der Frau merklich. Das sorgte für Kritik, da „light“ im Englischen „leicht“ aber auch „hell“ im Bezug auf den Hautton bedeuten kann – Heineken stoppte den Spot.

Die Kosmetikfirma Dove entschuldigte sich für eine Waschgel-Werbung, die ebenfalls als rassistisch kritisiert worden war. Frauen mit schwarzer Haut seien in dem Werbeclip nicht angemessen gezeigt worden, erklärte Dove später auf Twitter. Der besagte Werbeclip auf der Facebook-Seite in den USA wurde entfernt. In dem drei Sekunden langen Video im sozialen Netzwerk Facebook war eine schwarze Frau zu sehen, die ihr T-Shirt auszog. Darunter erschien eine weiße Frau, die wiederum ihr Shirt über den Kopf zog, unter dem eine dritte Frau erschien – ebenfalls weiß.

Die Kosmetikfirma Nivea zog auf Facebook nach öffentlichem Druck ein Posting zurück, das ein Deo ohne farbliche Rückstände auf der Kleidung bewarb. Kritiker sahen in der Anzeige eine Überlegenheitsdarstellung von Menschen mit weißer Hautfarbe. Pikant: Die Werbung wurde im Nahen Osten geschaltet.

Der Brausehersteller Pepsi zog im April 2017 ein Verkaufsfilmchen mit Model Kendall Jenner zurück und entschuldigte sich dafür. Der Spot schien auf Proteste von Afroamerikanern gegen die schlechte Behandlung durch Polizisten anzuspielen – wobei es überhaupt nicht gut ankam, dass Jenner einem uniformierten Beamten vor einer Kulisse von Demonstranten eine Dose Pepsi-Cola zur Erfrischung überreichte

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