Während SPD-Parteichef Sigmar Gabriel den Entertainer gibt, verlegt sich Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier auf das, was er am besten kann: still arbeiten.

Berlin - Sie müssen miteinander - aber können sie es auch? Während SPD-Parteichef Sigmar Gabriel den Entertainer gibt, verlegt sich Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier auf das, was er am besten kann: still arbeiten.

Wie Sigmar Gabriel den Mund verzieht, weil jetzt alle nach der Linkspartei fragen, die künftig ohne Oskar Lafontaine auskommen muss. Dabei hatten alle Sozialdemokraten gehofft, dass Lafontaine nicht erst aus gesundheitlichen Gründen aufhört, sondern freiwillig geht - am besten kurz nach dem Abgang Franz Münteferings, des, salopp gesagt, anderen sturen roten Bockes. Denn ohne Oskar, der einst den SPD-Vorsitz hinwarf und zu den Linken rübermachte, und ohne den Franz, der deshalb kein Wort mit Lafo und den Seinen wechselte, könnte es doch was werden mit den beiden Parteien.

Aber Gabriel verzieht den Mund. Nichts ändere sich, raunzt er , die Linken seien noch immer auf programmatisch absurden Abwegen, und erst wenn sie Kurs auf SPD-Inhalte nähmen, würden sie eventuell salonfähig. Schon Mitte Dezember hatte Gabriel gesagt, dass er erst dann mit ihnen sprechen würde.

Frank-Walter Steinmeier sagt dazu nichts. Er ist als SPD-Fraktionschef zugleich Mister Opposition im Bundestag und damit beschäftigt, von Fall zu Fall mit den kleinen Oppositionsparteien - Grünen und Linken - eine Front gegen Schwarz-Gelb zu bauen. Besser, die Linken stehen unter Zugzwang als immer wieder die SPD. Also spricht Gabriel zum Fall Lafontaine. Etwas rüpelig, wie gehabt, während sich der Ex-Außenminister und Weiter-so-Staatsmann Steinmeier zurückhält: So sieht sie aus, die neue Gewaltenteilung in der SPD-Spitze.

Dass Steinmeier den Regierungsdünkel besser beherrscht als Gabriel, hat der rundliche SPD-Chef aus Goslar, der nun in Berlin die dicken Backen aufbläst, nie bestritten. "Der Frank, der kann das." Dass die Kanzlerkandidatur 2013 damit bereits entschieden ist, heißt das nicht. Steinmeier hatte für die Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl im Herbst mit 23 Prozent das schlechteste Ergebnis der Nachkriegsgeschichte eingefahren. Doch heut ist heut. Und darum geht es mittelfristig höchstens darum, ob Steinmeier im kommenden Herbst wieder zum Fraktionsvorsitzenden gewählt wird.

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