Wäre das etwas? Sie überwinden den inneren Schweinehund, wir erledigen den Rest mit einer Menge Tipps. Foto: dpa/Federico Gambarini

Heute kann es regnen, stürmen oder schneien. Wer den inneren Schweinehund überwindet und sich trotzdem vor die Tür wagt, strahlt hinterher selbst wie der Sonnenschein. Wir erklären, warum und geben Tipps für schöne Spazierrouten auf den Fildern.

Filder - In diesem Punkt sind sich alle Mediziner einig: Spazierengehen ist gesund und macht glücklich. Wer sich regelmäßig bewegt, senkt das Risiko, Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System zu bekommen – und lebt statistisch gesehen länger. Eine europaweite Studie mit mehr als 334 000 Probanden ergab, dass selbst ein bisschen Bewegung täglich das Risiko eines frühzeitigen Todes um 16 bis 30 Prozent mindern kann. Als Vergleichswert dienten Personen, die sich im Gegensatz dazu nahezu gar nicht vom Sofa erheben.

Zudem wirkt sich ein Spaziergang positiv auf die Stimmung aus. Und zwar auch dann, wenn man eigentlich gar keine Lust hat, nach draußen zu gehen. Das zumindest sagen Wissenschaftler. Wer regelmäßig an der frischen Luft ist, fühlt sich jünger und ist belastbarer. Forscher des Robert-Koch-Instituts haben gar herausgefunden, dass Bewegung die Symptome psychischer Krankheiten wie Depressionen nachhaltig lindern kann beziehungsweise das Risiko für solche Krankheiten senkt.

Auch den Augen tut es gut, wenn man nach draußen geht. Denn sie müssen sich allzu oft auf Dinge in der unmittelbaren Nähe konzentrieren – seien es Bildschirme oder auch bedrucktes Papier. Hinzu kommt: Spazierengehen kostet nichts, man braucht keinerlei Ausrüstung, und man kann jederzeit loslaufen. Zum Beispiel gleich heute. Wer jetzt nicht weiß, wohin, für den haben wir einige schöne Winterspaziergänge auf der Filderebene zusammengestellt.

Durchs malerische Bombachtal in Filderstadt-Bonlanden

Beschreibung: Dieser Spaziergang führt durch das landschaftlich reizvolle Bombachtal mit seinen am Rand liegenden Streuobstwiesen im Süden Bonlandens und führt teils über dem Streuobst-Lehrpfad.

Ausgangspunkt: Friedhof Bonlanden, Sandbühlstraße

Wegverlauf: Vom Friedhof aus läuft man auf der Sandbühlstraße in Richtung Süden. Vorbei an Streuobstwiesen geht es – leicht abschüssig – aus dem Ort bis zum Hofgut Gutenhalde. Von dort weiter nach rechts in Richtung Kläranlage, die man links liegen lässt. An der nächsten Kreuzung geht es dann nach rechts auf die Unterdorfstraße. Diese führt – parallel zum Bombach – zurück in den Ort. Dort dann scharf rechts in die Sonnenhalde einbiegen. Über die Osterwiesenstraße geht es schließlich bis zur Kreuzung zur Sandbühlstraße, und dort dann links zum Ausgangspunkt.

Wer die Runde etwas ausdehnen möchte, kann statt der Sandbühlstraße vom Friedhof aus die Oberdorfstraße nehmen, vorbei am Hasenheim und am Lindäckerhof bis fast zur Waldorfschule. Kurz vor der Schule nimmt man aber einen Weg nach rechts, der bis zum Hofgut Gutenhalde führt.

Länge: 3,3 oder 4,5 Kilometer

Dauer: 45 oder 60 Minuten

Eine Tour mit besten Aussichten rund um Stuttgart-Degerloch

Beschreibung: Bei dieser Tour ist alles dabei: eine Fahrt mit der historischen Seilbahn, ein Besuch bei dem Grab der RAF-Terroristen, die Degerlocher Weinberge und immer wieder sensationelle Blicke.

Ausgangspunkt: Südheimer Platz in Stuttgart-Süd, Seilbahnhaltestelle

Wegverlauf: Zuerst geht es mit der Seilbahn hinauf zum Waldfriedhof. Dort bietet sich ein Abstecher zum Dornhaldenfriedhof an, wo man die Gräber der RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe besichtigen kann. Anschließend geht es durch den Wald, vorbei an der Downhillstrecke, bis zum Leonorenplatz, wo man eine tolle Aussicht hat. Der schöne Blick bleibt bestehen bis zum Schimmelhüttenweg, wo es wieder hinab nach Heslach geht. Wer mag, kann noch einen Abstecher zum Santiago-de-Chile-Platz einbauen – und freilich die Route nach Kaltental oder Vaihingen verlängern.

Länge: mit dem Abstecher zum Santiago-de-Chile-Platz circa 4,5 Kilometer

Zeit: eine Stunde plus die Seilbahnfahrt

Einkehr: Restaurant La Stella, Auf dem Haigst 46, montags, dienstags, donnerstags und freitags, je von 11.30 bis 14.30 Uhr und von 17.30 bis 23.30 Uhr, samstags von 17.30 bis 23.30 Uhr, sonntags von 11.30 bis 22.30 Uhr

Der Klassiker durch den Wald zum See in Stuttgart-Vaihingen

Beschreibung: Diese kleine Wanderung ist ein echter Klassiker. Die meiste Zeit über geht es auf gut befestigten Wegen durch den Wald. Das Ziel ist der Katzenbacher Hof, ein geschichtsträchtiger Ort. Im Winter ist er allerdings nicht immer geöffnet. Wer einkehren will, sollte sich vorher im Internet informieren. Die Runde lohnt sich aber auch so.

Ausgangspunkt: S-Bahnstation Universität Vaihingen

Wegverlauf: Von der S-Bahnstation aus Richtung Westen gehen, die Regenrückhaltebecken rechts liegen lassen, dann weiter in Richtung Büsnau laufen. Auf der Heisenbergstraße an den Max-Planck-Instituten vorbei, dann erreicht man den Wald. Dort folgt der Spaziergänger dem Wegzeichen rotes Kreuz bis zum Katzenbacher Hof. Der Rückweg führt zum Katzenbachsee und dann weiter zum Naturfreundehaus am Büsnauer Rain, das zu einer Schlusseinkehr einlädt, allerdings erst wieder vom 7. Januar an. Von dort aus kann der Spaziergänger über das Universitätsgelände zurück zur S-Bahnstation laufen.

Länge: 6,5 Kilometer

Zeit: knappe zwei Stunden

Fleggaweg zum Manneken Pis in Stuttgart-Degerloch

Beschreibung: Die Ortsgruppe Degerloch des Schwäbischen Albvereins hat einen Weg entworfen, bei dem man den Degerlocher „Flegga“ am besten kennenlernt. Die Route macht auch Kindern Spaß, weil es viel zu sehen und auch zu tun gibt – etwa am Fernsehturm, auf dem Waldlehrpfad oder im Haus des Waldes.

Ausgangspunkt: ZOB Degerloch

Wegverlauf: Vom Busbahnhof aus geht es über die Josefstraße zum Aussichtspunkt am Schimmelhüttenweg, dem Santiago-de-Chile-Platz, dem Fernsehturm, der Ruhbank, dem Waldlehrpfad, vorbei am Haus des Waldes bis zum Manneken Pis in der Degerlocher Wohnsiedlung Falterau.

Länge: 8,5 Kilometer

Zeit: 2,5 Stunden

In der Kürze liegt die Würze bei Musberg

Beschreibung: Diese Spazierroute ist ein echter Geheimtipp für Wintertage, an denen man an die frische Luft genießen, sich aber nicht zu sehr anstrengen möchte. Es handelt sich dabei um einen Rundwanderweg, den auch weniger Sportliche mit links meistern. Und er ist ein Beweis dafür: In der Kürze liegt die Würze. Denn auf diesem Spaziergang ist alles dabei: eine Streuobstlichtung, Wald, eine herrliche Aussicht auf Musberg und ein Weiher.

Ausgangspunkt: Musberg, Parkplatz Häfnersteige

Wegverlauf: Vom Parkplatz aus dem rechten nach unten führenden Weg folgen, unten wird eine Lichtung überquert, schließlich geht es durch den Wald; kurz darauf dem Wanderzeichen blauer Balken nach rechts folgen, man gelangt auf den Marderweg, am zweiten querenden Weg folgt man dem blauen Balken Richtung Schmellbachtal nach rechts. An der Böblinger Straße folgen wir dieser zurück zum Ausgangspunkt.

Länge: 2,5 Kilometer

Zeit: 40 Minuten

Mit Hund und Familie durchs Ramsbachtal bei Stuttgart-Degerloch

Beschreibung: Es gibt einen Grund, warum das Ramsbachtal so beliebt bei Hundebesitzern, Joggern und Familien ist: Gerade im Winter, wenn es nebelig ist, hat man hier oft eine mystische Szenerie.

Ausgangspunkt: ZOB Degerloch

Wegverlauf: Vom Busbahnhof aus gibt es verschiedene Laufmöglichkeiten durch den Ortskern bis zum Beginn des Ramsbachtals. Dann geht es – ohne motorisierten Verkehr – wunderschön durch die Natur. Raus kommt man bei der Gaststätte des TSV Birkach. Wer mag, kann von dort aus noch die Jugendfarm besuchen.

Länge: 3,3 Kilometer

Zeit: 45 Minuten

Einkehr: Gaststätte Ramsbachtal, Taldorfer Straße 59, montags, dienstags, donnerstags und freitags, je von 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr und von 17.30 Uhr bis 22 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen durchgehend von 11.30 bis 22 Uhr

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