Mit Zäunen und Stacheldraht werden Flüchtlinge wie hier nahe Kastanies davon abgehalten, aus der Türkei nach Griechenland – und damit in die Europäische Union – zu gehen. Foto: AP/Giannis Papanikos

Die neue StZ-SWR-Umfrage macht deutlich: Die Bürger im Südwesten zeigen weiterhin eine hohe Bereitschaft, Menschen in Not zu helfen – vor allem, wenn andere EU-Staaten dabei mitmachen.

Stuttgart - An der griechisch-türkischen Grenze halten sich mehrere Tausend Flüchtlinge auf, um in die EU einzureisen. In Baden-Württemberg ist eine Mehrheit der Ansicht (82 Prozent), dass Deutschland und damit auch Baden-Württemberg weitere Flüchtlinge aufnehmen sollte. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag von Stuttgarter Zeitung und SWR, dem so genannten BWTrend.

45 Prozent knüpfen die Aufnahmebereitschaft allerdings an die Bedingung, dass auch andere EU-Staaten mitmachen. 37 Prozent sprechen sich grundsätzlich auch für eine Aufnahme in Baden-Württemberg aus, selbst wenn andere EU-Staaten dies nicht tun. Jeder Siebte (15 Prozent) lehnt eine Aufnahme grundsätzlich ab.

AfD-Anhänger strikt gegen Flüchtlingsaufnahme

Bei diesen Einschätzungen gibt es große Unterschiede zwischen den Anhängern der AfD und den Anhängern anderer Parteien. 71 Prozent der AfD-Anhänger schließen sich der These an, dass Deutschland und Baden-Württemberg grundsätzlich keine Flüchtlinge aufnehmen sollten. Dieser Auffassung sind im Lager der etablierten Parteien nur sehr wenige, mit nur geringen Unterschieden zwischen Anhängern von Grünen, CDU, SPD, FDP oder der Linken. Die Werte schwanken hier zwischen vier Prozent (Grüne) und acht Prozent (CDU).

Wie die Umfrage-Daten zustande kommen

Die Werte des BWTrend beruhen auf den Auskünften von 1001 Wahlberechtigten in Baden-Württemberg. Diese wurden vom Berliner Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap in der Zeit vom 5. bis 10. März 2020 telefonisch befragt.

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