Igel müssen sich Fettreserven anfressen, damit sie den Winter überstehen. Foto: z/privat

Martin hat seine Mama verloren. Das Igelbaby, das am Anfang nur 50 Gramm gewogen hat, lebt zurzeit bei der Igelhilfe in Filderstadt. Um die stachligen Säuger über den Winter zu bringen, bitten die Helfer um Spenden.

Filderstadt - Wer kleiner ist als eine Menschenhand, braucht Hilfe. So lautet die Faustregel für die Igelfreunde, die den kleinen Säugern über den Winter helfen. „250 Gramm sollten die Tiere jetzt wiegen. Die Fettreserven, die sie dann noch brauchen, können sie sich anfressen“, sagt Sylvia Velcevski, die seit 2011 bei der Igelhilfe ehrenamtlich mitarbeitet.

Derzeit kümmert sich die Aktivistin um zwei putzige Igel, die noch zu klein sind, um in der freien Natur überleben zu können. Einer von ihnen ist Stupfel. Er wiegt jetzt etwa 200 Gramm. Der kleine Kerl wurde auf einem Parkplatz im Weilerhau gefunden, sagt Velcevski. In diesem Fall sei klar gewesen, dass sich Stupfels Mutter nicht mehr um ihn kümmert, sei es weil er den Anschluss verloren hatte, oder sei es, weil seine Mutter von Hunden verscheucht oder von einem Auto überfahren wurde.

Igel sind normal nachtaktiv

Generell könne man sagen, dass dann die Alarmglocken läuten sollten, wenn Igel tagsüber unterwegs sind, sagt Velcevski. „Normalerweise sind die Igel nämlich nachtaktiv.“ Es gebe allerdings auch Ausnahmen. Im Frühjahr, wenn Brunftzeit ist, seien die Tiere auch am Tag unterwegs. Dann bekomme man Anrufe von Leuten, die komische Geräusche hören. „Es wird gesagt: Der ist am Stöhnen und bekommt offenbar keine Luft mehr.“

Ein weiteres Geschöpf, das der Unterstützung durch die Igelhilfe bedarf, heißt Martin. Er war, als man ihn fand, mit einem Gewicht von 50 Gramm so klein, dass eine Aufzucht mit einer Spritze vonnöten war. Weil die Fütterungen an der Martinstraße 5 stattfanden, hat der Igel den entsprechenden Namen bekommen. „Ich bin froh, dass ich das Tier ins Büro mitbringen durfte“, sagt Velcevski, die im Vorzimmer von Bürgermeister Andreas Koch arbeitet. Ihre Chefs – auch früher Bürgermeister Reinhard Molt – seien immer tolerant gewesen. Drei andere Igel dürfen übrigens in einem Außengehege bei Kolleginnen von Sylvia Velcevski überwintern. „Die sind groß genug, dass sie das schaffen können“, sagt die 43-Jährige. Im Außengehege habe man aber auch die Chance, einzugreifen, wenn nicht alles planmäßig läuft.

Im Februar tauen die Igel wieder auf

Normalerweise würden die Igel, wenn die kalte Jahreszeit beginnt, ihre Aktivitäten immer mehr einschränken, bis sie dann ganz durchschlafen. Im Februar würden die Igel allmählich wieder „auftauen“ und langsam aktiv werden. „Im März sind sie dann wieder voll da.“

Die Helferinnen der Igelhilfe, zu der auch Manuela Sangs und Heidemarie Schneiders gehören, brauchen Futter für die Tiere, die bei ihnen überwintern. Deshalb bitten sie die Bevölkerung um Spenden. Zum einen wird Katzennassfutter gebraucht, zum andern werden gepresste Hobelspäne als Einstreu gesucht. Die Spenden können in den Bürgerbüros der Stadt abgegeben werden.

Wer Kontakt mit der Igelhilfe aufnehmen will, kann dies über die Internetseite mit der Adresse www.filderstadt.de unter dem Stichwort Igelhilfe tun.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: