Fans empfangen Nationalmannschaft in Stuttgart „Ich bin für jedes Selfie dankbar“

Von Artur Lebedew 

Trikots signieren und ein Selfie fürs Facebook schießen – manche Fans und Autogrammjäger warten in Stuttgart vier Stunden auf ihr Fußballidol. Dann sind Mats Hummels und Co. endlich da.

Stuttgart - Der ARD-Kameramann hat um neun Uhr gerade erst das schwere Gerät auf die Schulter gehievt – doch Can Isik wartet schon eine ganze Weile vor dem Eingang des Hotels Le Méridien an der Willy-Brandt-Straße. Als einen „professionellen Autogrammjäger“ bezeichnet sich der 26-jährige Versicherungskaufmann, der für eine Unterschrift auch schon mal nach Wien fährt. Sein Ziel heute: die Stars der Fußballnationalmannschaft, die sich von Dienstag an in der Landeshauptstadt für die beiden WM-Quali-Spiele gegen Tschechien und Norwegen vorbereiten. „Bilder, Autogramme, Selfies – ich bin für alles dankbar, was ich heute kriege“, sagt Isik und blickt konzentriert zu einem der schwarzen Vans, die die DFB-Stars zum Hoteleingang bringen.

Dann geht es Schlag auf Schlag

Gegen 11 Uhr hat sich ein Traube aus Journalisten und Fans gebildet, jede Bewegung vor dem Gebäude wird registriert. Plötzlich ist es still, die Fernsehkollegen positionieren die Tonangel, die Fotografen blicken durch das Objektiv, die Fans drängeln sich für den günstigsten Platz vor der Absperrung. Ein Van hält und vier schlaksige, junge Männer mit Sonnenbrillen steigen aus. „Kevin! Ein Autogramm!“, schreit jemand, doch der modisch gekleidete Kevin Trapp, der aus Paris auf dem roten Hotelteppich in Stuttgart gelandet ist, schiebt wortlos die beiden Koffer durch die Glastür. Dann geht es Schlag auf Schlag. Ein Auto nach dem anderen hält – und die Fußballer steigen aus. Der Bayern-Verteidiger Mats Hummels signiert Trikots und schießt auch mit Can Isik ein Selfie.

Thomas Müller wird belagert

Trainer Jogi Löw nimmt sich besonders für die kleinen Fans Zeit und lässt die stolzen Eltern das Star-Foto für die nächste Familienfeier schießen. Thomas Müller wird belagert, bevor er aus dem Wagen aussteigt. Mesut Özil, der mit seinem Londoner Verein in einer Krise steckt, fährt im teuren Bentley direkt in die Tiefgarage. Fast unbemerkt und hinter dem Rücken der mittlerweile etwa 40 Fans und 15 Medienvertreter kommt Timo Werner, hebt zum Gruß schüchtern die Hand und signiert dann noch einige Shirts und Fotos. „Der kommt, als ob er bei der Oma zu Besuch war“, sagt ein Fan und freut sich.

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