Die EnBW setzt auf Windkraft. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Der Ausbau der erneuerbaren Energien bringt dem Versorger EnBW Aufwind.

Stuttgart - Der Energieversorger EnBW strebt in diesem Jahr trotz Corona-Krise weiter einen deutlichen Anstieg des operativen Gewinns an. „Wir konzentrieren unsere Kräfte darauf, weiter auf stabilem Kurs zu bleiben“, sagte Finanzvorstand Thomas Kusterer bei der Vorlage eines Zwischenberichts. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres ist der Umsatz zwar leicht auf rund 9,73 Milliarden Euro zurückgegangen, was unter anderem mit sinkenden Gaspreisen begründet wird.

Viele Mitarbeiter sind heute im Homeoffice

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) legte dagegen um 24 Prozent auf rund 1,59 Milliarden Euro zu. Dies ist vor allem auf einen Ausbau der erneuerbaren Energien zurückzuführen. Das Karlsruher Unternehmen hat zwei große Windparks in der Nordsee in Betrieb genommen. Unter dem Strich ging der Konzernüberschuss allerdings um rund ein Drittel auf 184 Millionen Euro zurück. Dies wird mit einem gesunkenen Finanzergebnis begründet, worin sich die schwächere Entwicklung der Wertpapiermärkte spiegelt. Der Ausbruch der Corona-Pandemie habe das Unternehmen vor große Herausforderungen gestellt, auf die man aber frühzeitig reagiert habe, sagte Kusterer. Rund 10 000 der insgesamt rund 23 700 Beschäftigten arbeiteten heute im Homeoffice; bei allen Mitarbeitern, die vor Ort sein müssten, wie etwa in den Kraftwerken oder beim Betrieb der Netze, habe man zusätzliche Maßnahmen zum Gesundheitsschutz ergriffen. „Wir haben bisher keine Einschränkungen in den operativen Tätigkeiten gehabt“, sagte der Finanzvorstand.

Bisher hat Corona keine signifikanten Auswirkungen auf die Ertragslage gehabt

Bisher habe die Pandemie auch keine signifikanten Auswirkungen auf die Ertragslage gehabt. Die wochenlange Schließung von Fabriken im Südwesten hat die EnBW nicht getroffen, weil sich das Unternehmen vor einigen Jahren aus dem Geschäft mit industriellen Großkunden zurückgezogen hat. Im weiteren Verlauf des Jahres stellt sich der Versorger jedoch auf negative Auswirkungen der Pandemie ein, wenn etwa Gewerbekunden weniger Strom abnehmen oder es zu einer Insolvenzwelle kommen sollte. Dennoch wird für dieses Jahr weiterhin ein Anstieg des um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 13 bis 19 Prozent angepeilt.

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