Daumen hoch für ein neues Angebot: Stadtwerke-Chef Olaf Kieser (li.) und SEG-Geschäftsführer Peter Sokol. Foto: Leif Piechowski

Unternehmen können ihren Fuhrpark mit E-Rollern erweitern. Die Buchung läuft per App. Der erste Nutzer ist eine Firma aus Weilimdorf.

Stuttgart - Stellplätze nahe beim Haupteingang sind für Chefautos Usus. Bei SEG Automotive in Weilimdorf können seit Donnerstag auch sechs hellblaue Elektroroller in bevorzugter Lage abgestellt werden. Sie beschleunigen die Wege, die die 800 Mitarbeiter zwischen insgesamt vier Standorten im Abstand von bis zu sechs Kilometer zurücklegen. Die Roller mietet SEG von den Stadtwerken Stuttgart. Die Stadtwerke macht damit ihre seit drei Jahren unter dem Namen Stella bekannte Sharingflotte neuen Kunden zugänglich.

SEG ist das Kürzel für den früheren Geschäftsbereich Starter und Generatoren von Bosch, den der Konzern 2018 verkauft hat. Er konzentriert sich auf Elektrifizierung, mit der auch der Schadstoffausstoß gemindert werden kann. „Umweltfreundliche Mobilität ist ein zentrales Thema, wir wollen sie auch für unsere Mitarbeiter erlebbar machen und haben hier ideale Entfernungen“, sagt Peter Sokol beim Termin vor der Zentrale in Weilimdorf. Sokol zeichnet für Forschung, Entwicklung, Produktion und Logistik verantwortlich. Junge Führungskräfte hätte sich Gedanken über die Verbindung der Standorte gemacht, so Sokol. Die Wahl fiel auf die Stadtwerke, die bisher eine 200 Fahrzeuge starke E-Roller-Flotte betreiben.

Bisher 13 500 Nutzer

13 500 Nutzer haben sich bisher bei Stella registriert, sie können die Roller in definierten Gebieten der Landeshauptstadt für 24 Cent pro Minute nutzen (Ökostrom-Kunden der Stadtwerke für 19 Cent). Die sechs Roller für SEG zählen extra, sie sind auch nur für Mitarbeiter über die dafür angepasste Stella-App, die die Abstellflächen nennt, buchbar. „Wir brauchen uns um den Betrieb, die App und den Ausleihprozess nicht kümmern“, so Sokol. Auch das Aufladen der Wechselakkus übernimmt Stella. Dass Autos oder Roller, die ansonsten 23 Stunden am Tag ungenutzt stehen, künftig geteilt werden, hält Sokol für eine natürliche Entwicklung: „Daran wird man sich gewöhnen.“

Stella soll wachsen

Für beide Firmen ist das Roller-Sharing ein Pilotversuch, der allerdings zeitlich keine Grenze kennt. „Wir werden von SEG Automotive lernen, wie unsere E-Roller im Unternehmensalltag eingesetzt werden und wie sich der Bedarf entwickelt“, so Stadtwerke-Chef Olaf Kieser. Weitere Firmenanfragen lägen vor, man wolle Stella Plus, wie das Angebot für Unternehmen heißt, gern ausbauen. Interessenten müssen allerdings mit einem halben Jahr Vorlaufzeit rechnen.

Bei SEG haben sich von den 800 Mitarbeitern schon 60 für die Leihroller registriert. Anders als bei Stella gibt es bei Stella Plus keine Unterbrechung im Winter, die Fahrzeuge sollen ganzjährig genutzt werden. „Es gibt auch im Winter schöne Tage, an denen man fahren kann“, zeigt sich Sokol pragmatisch. Immerhin ist der Weg vom Parkplatz ins warme Büro nicht weit.

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