Lange haben die Menschen in Degerloch darauf gewartet, nun gibt es einen Termin für die Eröffnung der Filiale im Berolina-Haus.
Am Donnerstag, 23. November, wird es soweit sein: Der neue Aldi Süd im Degerlocher Berolina-Haus öffnet. Es ist die 20. Filiale des Discounters in Stuttgart, und sie befindet sich in zentraler Lage. Das sei Teil der aktuellen Strategie, erklärte Alexander Link vom Local Office des Unternehmens, der den Standort vor Kurzem im Bezirksbeirat Degerloch vorstellte. Man wolle Käufer nicht mehr in Gewerbegebiete lenken, wo Discounter in der Vergangenheit traditionell angesiedelt gewesen seien. Aldi wolle in der Stadt sichtbarer werden. Die Neueröffnungen an der Königstraße und im Milaneo standen im Zeichen dieser Überlegungen. Nun folgt Degerloch – direkt zwischen ZOB und Straßenbahn-Haltestelle.
Seit der Schließung der Lidl-Filiale an der Epplestraße anno 2015 gibt es keinen Discounter mehr im Stadtteil. 2017 sah es dann so aus, als könne sich Aldi vor Ort niederlassen. Die städtische Verwaltung war zunächst einverstanden, gab das avisierte Grundstück beim Parkplatz an der Felix-Dahn-Straße dann aber doch lieber zur Wohnbebauung frei. Nicht nur Alexander Link wirkte zufrieden, dass es nun auf anderem Wege doch noch geklappt hat. Auch im Bezirksbeirat überwog die Zustimmung zur neuen Filiale. Sorgen, das Einkaufsangebot könne mehr Verkehr anziehen, begegnete Link mit der Versicherung, man wolle sich ganz auf das Einzugsgebiet Degerloch konzentrieren. Er rechne damit, dass die meisten Kunden via ÖPNV, mit dem Rad oder zu Fuß kommen würden. Sei es vom Büro aus, oder von zuhause. Man werde eine „Grundanzahl PKW-Stellplätze“ zur Verfügung stellen, er sei sich aber sicher, dass Autos nur einen Teil der „guten Mischung“ an Verkehrsmitteln ausmachten, die von Kunden genutzten würden. Bedenken, der Zulieferverkehr könne die Unfallgefahr auf der Felix-Dahn-Straße erhöhen, sind ausgeräumt: Die Wegführung wurde angepasst.
Es wird eine „Grundanzahl an PKW-Stellplätzen“ geben
Und die Nachhaltigkeit? Stellplätze für Fahr- und Lastenräder sind eingeplant. Ladesäulen für Elektroautos wird man auf dem Gelände wohl vergeblich suchen. Darüber entscheide der Gebäudeeigentümer, sagte Alexander Link. Dafür hob er die Zusammenarbeit mit regionalen Zulieferern und das Bio-Sortiment hervor. Beim Fleischangebot orientiere man sich an tierwohlgerechten Haltungsformen. Link betonte, die Filiale werde auf 950 Quadratmetern zur Grundversorgung in Degerloch beitragen. Zwanzig Arbeitsplätze würden geschaffen.
Die Neueröffnung markiert für Aldi eine Rückkehr zu den eigenen Ursprüngen in der Landeshauptstadt: Das erste Stuttgarter Geschäft öffnete 1974 in der Epplestraße 6. An eine Kasse, an der Kunden Waren selbst einscannen können, war damals noch nicht zu denken. Scannerkassen wurden bei Aldi Süd erst im Jahr 2000 eingeführt.