Ist nicht jedesmanns und jederfraus Sache Foto: dpa

Eigentlich dachte STN-Kolumnist KNITZ, dass er ganz gut auch mal ohne Handy klarkommt – bis er seines daheim auf dem Wohnzimmertisch liegen ließ.

Stuttgart - Obwohl die Sonne wie gewohnt aufging, ist etwas passiert, was KNITZ nie für ­möglich gehalten hätte. Am Morgen musste er überstürzt aufbrechen – und ließ sein Smartphone auf dem Wohnzimmertisch liegen.

Er log sich in die eigene Tasche

Erst als er in der Redaktion ankam, entdeckte er das Malheur. Okay, dachte er bei sich, es geht auch mal einen Tag ohne. Er versuchte, sich das einzureden, obwohl er wusste, dass er sich damit in die eigene Tasche log. Dort war Platz für eine Lüge, das Handy war ja nicht drin.

Schlecht gelaunt durch den Tag

Bevor der Tag richtig begonnen ­hatte, war er schon gelaufen. KNITZ war klar, dass seine Kolleginnen und Kollegen ihn schlecht gelaunt ertragen müssten. Und was noch schlimmer war: Er würde sich selbst so ertragen müssen.

Was, wenn die Kanzlerin anruft?

Was, wenn ausgerechnet heute die Kanzlerin anruft und ihn um Rat fragt? Gut, das hat sie die vergangenen gut ­dreizehn Jahre nie getan. Aber einmal ist ­immer das erste Mal. Oder was, wenn KNITZ das Fotomotiv seines Lebens vor die Linse läuft und er nicht knipsen kann?

Mit Vernunft hat das nix zu tun

Wohl jenen glücklichen Erdenwesen, die die Sorge von KNITZ nicht teilen ­können, ja ihn womöglich für übergeschnappt halten. Mit Vernunft, liebe ­Leserinnen und Leser, ist der ­Situation kaum beizukommen. Eher mit Psychologie. KNITZ fühlt sich ohne ­Handy nackt. Eine Vorstellung, die ihm nicht nur bei diesen Temperaturen unangenehm ist.

Elektronischer Kummerkasten

Man müsste im Internet ein Online-Portal für Menschen einrichten, die im Eifer des Gefechts daheim ihr Handy liegen gelassen haben. Eine Art ­elektronischen Kummerkasten. Nur: Ohne Smartphone am Leib kann man sich da nicht ausweinen.

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