Taktstock, Smartphone in Selfie-Haltung oder doch Mittelfinger? Foto:  

Taktstock, Smartphone in Selfie-Haltung oder doch Mittelfinger? Im Internet wird über das Logo für die Schorndorfer Woche im kommenden Jahr diskutiert. Alle Verantwortlichen sind froh, dass das bisher der einzige Aufreger der Schowo 2018 ist.

Schorndorf - Die Schowo 2018 hat doch noch ihren Aufreger. Stein des Anstoßes: ein runder Aufkleber mit dem Logo für die große Jubiläumsfete „Schowo 50+1“ im kommenden Jahr. Zu sehen sind: Fachwerkhäuser, die Stadtkirche und ein Strichmännchen mit – ja mit was? Mit einem gezückten Taktstock, einem hochgereckten Smartphone fürs Selfie oder gar mit Stinkefinger? Und dann daneben – fliegen da Luftballons oder schwärmen Spermien? Ist das Logo gar Teil einer Schorndorfer Verhütungskampagne?

Kein Jurymitglied hat den Mittelfinger gesehen

So und mehr oder weniger ernst wird im Internet in der Facebookgruppe „Du weisst, dass du aus Schorndorf kommst, wenn...“ über die Zeichnung diskutiert, die von der 17-jährigen Julia Schandl entworfen und von einer mehrköpfigen Jury als beste Einsendung eines eigens ausgerufenen Logowettbewerbs ausgewählt wurde. Die Gymnasiastin selbst gab bei der Festeröffnung zu Protokoll, dass sie sich überlegt habe, was Schorndorf und die Schowo ausmache. „Keiner von der Jury hat einen Mittelfinger gesehen“, sagt Jürgen Dobler, der Cheforganisator der Schowo, der auch für die Zeichnerin seine Hand ins Feuer legt: „Sie ist viel zu schüchtern.“

Daumen hoch, das solle das Strichmännchen symbolisieren – „ein Schelm, wer Böses dabei denkt“, meint Dobler, der sich nach den ersten Stinkefinger-Diskussionen kurz überlegt hat, die rund 10 000 Aufkleber einzustampfen und die Perspektive so zu verändern, dass der Daumen auch einwandfrei als Daumen zu erkennen ist. „Aber so viel Aufmerksamkeit hätten wir dann sicherlich nicht bekommen.“

Froh, dass im Internet nur über das Logo diskutiert wird

Und nach den Erfahrungen im vergangenen Jahr sind sowohl Jürgen Dobler als auch Oberbürgermeister Matthias Klopfer froh, wenn das zweideutige Logo das einzige ist, über das im Zusammenhang mit der Schowo im Internet diskutiert wird. Zwar weiß keiner, was die Festabende am Montag und Dienstag noch bringen, „aber mir und vielen anderen in Schorndorf ist schon ein Stein vom Herz gefallen“, sagt Klopfer. Denn Stand Montagmittag, da sind sich Veranstalter (die Vereinsgemeinschaft der Schorndorfer Vereine), Stadt und Polizei einig, war es eine ganz normale, eine friedliche Schowo. „Es gab Körperverletzungen, es gab Rangeleien, vor allem nach dem Festende. So wie es bei jedem Stadtfest ist“, sagt Klopfer, der es erschreckend findet, wie viel Alkohol teilweise von jung und von alt konsumiert wird. „Das werden wir aber nie in Griff bekommen.“

Zugangskontrolle zum Jugendfestplatz eingeführt

Am Freitagabend hatte es aufgrund des massiven Alkoholpegels mancher Besucher ungezielte Flaschenwürfe und viele Scherben auf dem neuen Jugendfestplatz „Under the bridge“ gegeben. „Wir haben nachjustiert, haben eine Zugangskontrolle eingeführt“, berichtet der Jugendreferent Peter Komhard. Glasgefäße sowie harter Alkohol waren am Samstagabend auf dem Jugendfestplatz verboten, und trotzdem haben etwa 700 und damit noch mehr Jugendliche und junge Erwachsene als am Freitag die neue Location besucht. „Der Platz ist angenommen worden, und auch auf dem Gelände lief es erstaunlich entspannt“, sagt Komhard. Nur ein stark alkoholisiertes Mädchen habe vom Roten Kreuz versorgt werden müssen.

Polizeipräsenz bei der Schowo

Gut angekommen sei auch die verstärkte Präsenz der Polizei, meint der Polizeisprecher Ronald Krötz: „Es haben sich sogar Jüngere dafür bedankt. Keiner hat uns rückgemeldet, dass er sich unangenehm beobachtet fühlt.“ Der enge Schulterschluss mit der Stadt und die gute Vorbereitung habe sich bewährt. Eine Endabrechnung gibt es zwar noch keine, aber auch beim Veranstalter hat man das Gefühl, dass die Menschen nach wie vor gerne zum Schorndorfer Stadtfest kommen. „Wir haben von manchen Vereinen gemeldet bekommen, dass sie am Freitag oder auch am Samstag einen Kassenrekord hatten“, sagt Jürgen Dobler. Wenn es so vollends weiterlaufe, sei es eine richtig gute Schowo.

Weitere Infos zum restlichen Festprogramm gibt’s im Internet.

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