Unter der Brücke kam es zu fortgeschrittener Stunde zu Flaschenwürfen. Foto: Gottfried Stoppel

Mit zwei kräftigen und zielsicheren Schlägen auf den Zapfhahn hat OB Matthias Klopfer die Schorndorfer Woche 2018 eröffnet. Mehr Polizeipräsenz war in der ersten Festnachtnacht deutlich spürbar und es blieb zum Feststart weitgehend friedlich – ein Zwischenbericht.

Schorndorf - Zwei kräftige Schläge mit dem Holzhammer auf den Zapfhahn und das Bier fließt – flott, zielsicher und mit quasi durchschlagendem Erfolg hat Schorndorfs Oberbürgermeister Matthias Klopfer am Freitagabend mit dem Fassanstich die 50. Schorndorfer Woche (SchoWo) gestartet. Jene SchoWo, die auf Beschluss von Veranstaltern und Stadt nicht das große Jubiläums-Stadtfest sein darf, weil dies der bereits unter dem Motto 50+1 beworbenen Nachfolgefete während der Remstal-Gartenschau im kommenden Jahr vorbehalten sein soll. Bestandteil der Eröffnung am Freitagabend auf dem Marktplatz ist denn auch die Präsentation des Logos jener Mega-SchoWo gewesen, die – jedenfalls aus Schordorfer Sicht – das größte Fest der Remstal-Gartenschau werden soll. Im runden Bierdeckelformat hat die Haubersbroner Burg-Gymnasiastin Julia Schandl (17) ihre Sicht des SchoWo-typischen arrangiert: „“Ich habe mir überlegt, was Schorndorf und die SchoWo ausmacht – zum Beispiel die vielen Fachwerkhäuser rundum“.

Thema Sicherheit spielt im Vorfeld eine große Rolle

Obwohl sich im Vorfeld dieser SchoWo angesichts der Vorfälle im vergangenen Jahr fast alles um das Thema Sicherheit gedreht hat, sparte OB Klopfer diesen Aspekt in seiner Eröffnungsrede komplett aus . Er betonte, bei mehr als 100 Veranstaltungen gebe es „in der Region kaum ein Fest, das so bunt und vielfältig ist wie die SchoWo“.

Vor fast genau einem Jahr war es auf dem Stadtfest zu Ausschreitungen und mehreren sexuellen Belästigungen gekommen. Anschließend hatte eine missverständlich formulierte Mitteilung der Polizei zur international verbreiteten Falschmeldung geführt, in der Daimlerstadt hätten 1000 Jugendliche randaliert. Später folgten Vorwürfe, die Polizei hätte die Vorfälle übertrieben. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz kam es zu deutlich unterschiedlichen Bewertungen der Geschehnisse seitens Stadt und Polizei. Für die aktuelle SchoWo wurde ein neues Sicherheitskonzept erarbeitet, bei dem neben größerer polizeilicher Präsenz auch der städtische Vollzugs- und ein privater Sicherheitsdienst eingebunden sind und an „Angsträumen“ Präsenz zu zeigen.

Die erste Nacht verläuft weitgehend friedlich

Zumindest was die erste Festnacht angeht, sind die Verantwortlichen insgesamt sehr zufrieden. Polizeisprecher Ronald Krötz berichtet von einem absolut friedlichen Verlauf – einer „Feier, wie man sie sich wünscht“. Lediglich am neu angebotenen Jugendfestplatz unter der Arnoldbrücke sei es unter überbordendem Alkoholeinfluss zu einigen ungezielten Flaschenwürfen gekommen. Getroffen worden sei dabei niemand. „Wir mussten Präsenz zeigen und haben die Betreffenden ermahnt“ berichtet Krötz, „aber es gab keine Körperverletzung“. Auch insgesamt sei alles was an kleineren Vorfällen registriert wurde, „im absolut unteren Bereich“ bei vergleichbaren Straßenfesten geblieben.

Ansonsten ist der erstmals angebotene Jugendfestplatz „Under the bridge“ zu späterer Stunde von vielen Jugendliche angenommen worden. Auch wenn mit den Details an der mit Rollrasen und Chill-Utensilien ausgerüsteten Fläche nicht alle so ganz einverstanden waren. „Scheiß Mucke und alles voller Lappen“, informierte da so gegen halb Elf ein junger Mann ankommende Kumpels über seinen Eindruck von Musikqualität und dort Versammelten. Jene Gruppe hat dann aber ohne weitere Umstände und ohne Flaschenwürfe ihr persönliches Chill-Glück an anderer Stelle der Schorndorfer Stadtparty gesucht.

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