Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) (Archivbild) Foto: dpa/Kay Nietfeld

Techkonzerne spielen zunehmend mit der Idee, eine eigene Digitale Währung einzuführen – so wie Libra von Facebook im kommenden Jahr. Die deutschen Einzelhändler fordern nun die Regierung auf, aktiv zu werden.

Frankfurt - Der deutsche Einzelhandel fordert die Einführung eines digitalen Euro. Hintergrund ist der Vormarsch von Technologie-Riesen wie Apple, Amazon & Co bei Bezahlverfahren. Der Handelsverband HDE rief am Freitag Bundesfinanzminister Olaf Scholz und die Bundesbank dazu auf, die Möglichkeit eines digitalen Euro ernsthaft zu prüfen.

„Um den Entwicklungen der verstärkten Einflussnahme der Akteure in der digitalen Welt etwas entgegensetzen zu können, sollte die Politik tätig werden“, heißt es in einem Reuters vorliegenden Brief von HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth an Scholz. Handel und Verbrauchern sollten Mittel an die Hand gegeben werden, mit denen sie weitgehend außerhalb der Einflussbereiche großer Technologiekonzerne agieren könnten. Laut Genth gerät der Handel zunehmend in Gefahr, den direkten Kontakt zum Kunden zu verlieren.

Facebook will eigene Währung einführen

Zuletzt hatten Pläne von Facebook für Aufsehen gesorgt. Das weltgrößte Internetnetzwerk will im kommenden Jahr eine eigene Währung mit dem Namen Libra starten. Experten trauen Facebook mit seinen rund 2,5 Milliarden Nutzern zu, mit dem Projekt das globale Finanzsystem auf den Kopf stellen zu können, weil dadurch Geldtransfers wesentlich schneller und günstiger werden könnten. Die Pläne für die Cyber-Devise hatten rund um den Globus Politiker und Aufseher alarmiert.

In der nächsten Woche wollen sich die Finanzminister der EU in Brüssel treffen. Dabei soll auch eine gemeinsame Position zu digitalen Währungen gefunden werden.

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