Mit speziellen Lernapps für digitale mobile Endgeräte soll der klassische Unterricht ergänzt werden. Das Lernen könne so attraktiver werden, hoffen Pädagogen. Foto: dpa

Der Kreis Göppingen stellt 180 000 Euro fürs Tablets an Schulen bereit, aber auch die Kommunen investieren in die digitale Schule. Göppingen will Vorreiterin bei Informatik werden.

Kreis Göppingen - An immer mehr Schulen im Kreis Göppingen findet Unterricht auch in digitaler Form statt. Von der Grundschule bis zur Oberstufe werden die elektronischen Helfer eingesetzt, um den Unterricht interessanter und vielfältiger zu gestalten. Als besonders motivationssteigernd loben Pädagogen Tablets, die an manchen Schulen bereits flächendeckend eingesetzt werden.

Die Gemeinschaftsschule in Donzdorf prescht voran

Wie zum Beispiel an der Messelbergschule in Donzdorf. Alle 270 Gemeinschaftsschüler haben ein Tablet in der Tasche und können über das W-Lan bei Bedarf im virtuellen Duden nachschlagen oder Aufgaben bearbeiten, die auf der digitalen Lernplattform für sie bereitstehen. Und sogar die Eltern sind einbezogen, die den Leistungsstand ihrer Kinder verfolgen können. Die Stadt Donzdorf als Schulträger hat die Geräte für drei Jahre geleast und beteiligt die Eltern mit monatlich acht Euro an den Kosten.

Am Technischen Gymnasium Göppingen läuft ein Schulversuch

Am Technischen Gymnasium in Göppingen kommen die Schülerinnen und Schüler, die das Profil Mechatronik gewählt haben, in den Genuss der elektronischen Geräte, die sie bis zum Abitur begleiten werden. Die Göppinger Pädagogen versprechen sich davon einen innovativen Unterricht und die individuellere Förderung ihrer Schüler. Vor allem die Eingangsklasse, in der sich Schüler aus Realschulen, Werkrealschulen und Gymnasien treffen, könne davon profitieren. Hier gehe es darum, die jeweiligen Wissenslücken zu schließen, bevor alle gemeinsam in die Oberstufe starten, heißt es in einer Erklärung der Schule, mit der sie sich am Schulversuch „Tablet im Unterricht“ beworben hatte – und als eine von zwölf Schulen im Land den Zuschlag erhielt.

Zuvor hatte die Schule ihre Lehrkräfte intern fortgebildet und ein pädagogisches Konzept für den Einsatz der neuen Medien im Unterricht entwickelt. Für den Schulleiter Jürgen Wittlinger steht fest, dass Tablets im Sprach- und Sportunterricht sowie in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern sinnvoll seien. Gerade im Bereich Steuerungs- und Regelungstechnik wolle man die Schüler auf den Einsatz digitaler Medien in Studium und Beruf vorbereiten.

Der Kreis stellt 180 000 Euro fürs Tablets an Schulen bereit

Wertvoll sei auch die Verknüpfung mit der Lernfabrik 4.0, die automatisierte industrielle Fertigungsprozess unter Berücksichtigung des Ansatzes Industrie 4.0 ermöglicht und mit der die Gewerbliche Schule bereits 2015 von sich reden machte. Ihre rund 600 eigenen Rechner betreibt die Schule mit einem eigenen Server. Diesen Tableteinsatz unterstützt das Land über drei Jahre jährlich mit jeweils 15 000 Euro, und 70 000 Euro investiert der Landkreis Göppingen als Schulträger in die Digitalisierung. Allein im Haushalt 2018 stellt der Kreis 180 000 Euro für weitere Tabletanschaffungen an Schulen bereit.

Die Emil von Behring Schule Geislingen, zu der ein Sozialwissenschaftliches Gymnasium und eine Berufsfachschule gehören, baut ebenfalls ihre digitalen Angebote aus. Als eine von 100 ausgewählten Schulen im Land wird hier die neue digitale Bildungsplattform Ella getestet.

Das Werner Heisenberg Gymnasium strebt das Profil Informatik an

Das Werner Heisenberg Gymnasium in Göppingen ist Pilotschule im Schulversuch Tablet am allgemeinbildenden Gymnasium. Dazu wird gerade die nötige Infrastruktur, wie W-Lan im ganzen Haus, eingerichtet. Auch nach der Pilotphase sollen weitere Tabletklassen eingerichtet werden. Das Interesse der Schüler ist so groß, dass schon lange vor der Reform des Bildungsplanes 2016 Informatik in Klasse zehn unterrichtet wurde. Im kommenden Schuljahr will die Schule nun das neue Profilfach Informatik, Mathematik und Physik, kurz IMP, für die Klassen acht bis zehn anbieten, ob das klappt, ist aber noch offen.

Göppingen hat sich zu einem Kompetenzzentrum für Technik und Mechatronik entwickelt. Dazu zählen die Studiengänge der Fakultät Mechatronik und Elektrotechnik, die die Hochschule Esslingen am Standort Göppingen anbietet. Außerdem betreibt die Hochschule hier ein Bildungshaus.

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