Für Baumaßnahmen an Schulen, auch digitaler Art, fehlt es in Stuttgarter Ämtern an Planern und Umsetzern. Das sollte sich endlich ändern, findet Inge Jacobs. Sonst geht der Digitalpakt in die Hose.
Stuttgart - Der Digitalpakt ist eine feine Sache. 30 Millionen Euro könnte die Stadt Stuttgart aus dem Bund-Länder-Pakt abgreifen, um als Schulträgerin ihre Schulen medientechnisch und -pädagogisch auf Vordermann zu bringen. Dass dies dringend notwendig ist, steht außer Frage. Fast keine Stuttgarter Schule kann von ihrer Infrastruktur her den Bildungsplan aus dem Jahr 2016 erfüllen. Das ist mehr als blamabel.
Aber es ist kein Zufall. Sondern es hängt auch damit zusammen, dass die Stadt es versäumt hat, ihre Ämter so auszustatten, dass diese den umfangreichen Sanierungsfahrplan an den Schulen personell bewältigen konnten und können. Dazu gehört als wichtige Voraussetzung für eine digitale Infrastruktur auch eine Ertüchtigung der Elektrik. Die genügt an vielen Schulstandorten nicht mehr modernen Anforderungen. Es ist höchste Zeit, dass Stadtverwaltung und Gemeinderat hier endlich nachsteuern. Es spricht Bände, dass die Stadt es seit Jahren nicht schafft, ihre für die Schulsanierungen bewilligten Millionen auszugeben.
Die Bürgermeisterin sollte rasch klären, wer die Schulen unterstützen kann
Auch der Digitalpakt könnte zur Herausforderung werden. Denn die Fördergelder gibt es nur, wenn für jede Schule nicht nur die digitale Infrastruktur klar- geht, sondern überdies ein Mediennutzungsplan erstellt wird. Hierbei sind die Schulen auf Unterstützung angewiesen. Doch wer kann diese leisten? Auch das sollte Bildungsbürgermeisterin Isabel Fezer rasch klären. Denn es wäre den Schulen sicher sehr schwer zu vermitteln, dass Stuttgart auf die millionenstarke Digitalisierungsspritze verzichtet und viele Schüler auf digitale Endgeräte, weil es in der Verwaltung an der Manpower fehlt. Das Zauberwort heißt Personal.
inge.jacobs@stzn.de