Deutsche Meisterinnen in Freudental Freudental im Freudentaumel

Von Susanne Mathes 

Meisterlich gespielt: Leonie Büdenbender, Zoe Welz, Emely Joos und Kim Prade (von links) und ihr Trainer Andreas Büdenbender nach dem Titelgewinn in Hamburg. Foto: privat
Meisterlich gespielt: Leonie Büdenbender, Zoe Welz, Emely Joos und Kim Prade (von links) und ihr Trainer Andreas Büdenbender nach dem Titelgewinn in Hamburg. Foto: privat

Auf Sand setzen und doch ein Denkmal bauen: Das muss man erst mal schaffen. Vier Mädchen vom VC Freudental haben es hinbekommen: Sie haben bei den Deutschen Meisterschaften im Beachvolleyball den U15-Titel in den kleinen Ort geholt.

Freudental - So richtig bis in die letzten Bewusstseinswinkel eingesickert ist das Ganze bei den Mädchen immer noch nicht. „Deutscher Meister – krass!“, entfährt es der 14-jährigen Leonie Büdenbender, und ihre Augen blitzen temperamentvoll. „Es fühlt sich immer noch unwirklich an. Keiner von uns hätte das erwartet.“

Einer hat jedenfalls auf der Stelle reagiert: Der Freudentaler Bürgermeister Alexander Fleig. Gleich am Montag – da waren die frischgebackenen Titelträgerinnen gerade erst übermüdet aus Hamburg zurückgekehrt – hat er Schilder in Auftrag gegeben. „Freudental grüßt seine Deutschen Meisterinnen“ prangt jetzt weithin sichtbar an den Ortseingängen. „Es ist unglaublich“, schwärmt der Schultes. „Ein wunderbarer Erfolg für die Mädels. Aber auch für unsere Gemeinde.“ Diesen Freitagnachmittag, das lässt sich Fleig nicht nehmen, gibt’s für die Sportskanonen einen Empfang vor dem Freudentaler Rathaus.

„Sie sind wie dicke Suppe“

Leonie und ihre Team-Kameradinnen Emely Joos (14), Zoe Welz (14) und Kim Prade (13) sind nicht nur Künstlerinnen am Volleyball, die – nach ihrem Zeitverständnis – schon eine halbe Ewigkeit zusammenspielen und bereits im zarten Alter von neun Jahren Bezirksmeisterinnen wurden. Sie sind auch enge Freundinnen. Ihr Trainer drückt es so aus: „Sie sind wie dicke Suppe.“

Dass sie sich nicht nur für ihren Sport ins Zeug legen, sondern auch füreinander, ist die Würze in ihrem Erfolgsrezept. Mit dieser Einstellung behauptete sich das Team gegen Clubs, „die allein in der Jugend so viele Mitglieder haben wie wir im ganzen VC Freudental“, sagt der Trainer. „Oder gegen reine Beachvolleyballteams, die im Gegensatz zu unseren Mädels gar nicht wissen, was eine Halle ist“.

Die Freudentalerinnen wissen das sehr wohl. Im Volleyball treten sie nicht nur in ihren jeweiligen Altersligen an, sondern sind bereits feste Stützen im Damen-Team, das jüngst den Wiederaufstieg in die Bezirksliga feierte. Zudem pritschen und baggern sie in der Landesauswahl und trainieren nicht nur daheim, sondern auch bei Stützpunkttrainer Sven Lichtenauerin Stuttgart.

Mit Kontra K in die Kämpfe

Das anstrengende Spiel im Sand mit seinem eigenen Reglement schätzen sie dennoch. Sie zählen zu denjenigen, die beides können und beides genießen. Gelöste Atmosphäre, Action und Musik prägen das Geschehen rund ums Spielfeld und sorgen für den Lässigkeits-Faktor. „Obwohl“, schränken Emely und Leonie ein, „manchmal nervt die Musik auch. Aber wenn das Spiel läuft, blendet man das aus.“

Der programmatisch klingende Team-Song, den sich das Freudentaler Quartett für die Meisterschaft aussuchte, stammt von Rapper Kontra K und lautet: „Erfolg ist kein Glück, sondern nur das Ergebnis von Blut, Schweiß und Tränen.“ Von Blut und Tränen gibt es bei den Vieren vom VC aber nichts zu berichten. Neben dem Ehrgeiz, etwas reißen zu wollen, steht der Spaß ganz klar im Vordergrund. Beim Meisterschafts-Wochenende gesellte sich Besonnenheit dazu: Statt abends in Hamburg zu feiern und im Gemeinschaftsquartier zu nächtigen, mieteten sie sich in einer Ferienwohnung ein und gingen früh zu Bett. Es galt, Kräfte zu sparen und sich zu fokussieren.

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