Die Kitas sind wieder offen. Und es gibt wieder einige Infektionsfälle. Auch mit Virusmutationen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Nach der Wiedereröffnung der Kitas zu Wochenbeginn sind erneut Infektionsfälle mit einer Virusmutationen aufgetreten. Die Stadt hat deshalb drei Einrichtungen geschlossen. Insgesamt wurden in Stuttgart bisher 63 Infektionen mit einer Variante registriert, vor allem mit der britischen.

Stuttgart - Neun Wochen lang waren die Kitas wie die Grundschulen zu, seit dem Ende der Faschingsferien sind sie nun wieder offen. Das zeigt bereits erste Folgen: Am Freitag hat die Stadt vorsorglich drei Kitas wieder geschlossen, weil dort Kinder oder Erzieherinnen mit Mutationen des Coronavirus infiziert sind.

Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde „in drei Kitas die sogenannte britische Virusvariante nachgewiesen“. In einer der geschlossenen Einrichtungen seien zwei Kinder betroffen, in den anderen jeweils eine Erzieherin.

Zwei Wochen Quarantäne

Deshalb habe das Gesundheitsamt die Einrichtungen entsprechend den Vorgaben des Landessozialministeriums komplett geschlossen. Für die jeweiligen Gruppenmitglieder wie für deren Haushaltsangehörige gelte nun eine zweiwöchige Quarantäne. Alle Betroffenen sollen getestet werden, die Quarantäne wird in diesen Fällen aber auch bei einem negativen Ergebnis nicht verkürzt. Man ermittle, wie viele Folgefälle es durch die jetzt festgestellten Infektionen gebe.

Gegenwärtig sind in der Landeshauptstadt 481 Personen als aktuell infektiös gemeldet. Bei 63 von ihnen sei die Ansteckungen mit einer mutierten Virusvariante nachgewiesen, erklärt die Stadt. Das entspricht einem Anteil von 13 Prozent. In den allermeisten Fällen handele es sich dabei um die britische Variante, in einigen wenigen um die südafrikanische.

Bisher 40 Einrichtungen betroffen

Bisher sind in Stuttgarter Kitas seit Jahresbeginn in 42 Einrichtungen insgesamt 77 Fälle mit Corona-Infektionen aufgetreten, etwa drei Viertel bei Erzieherinnen oder anderen Erwachsenen, ein Viertel bei Kindern. Viele der bisherigen Infektionsfälle waren aufgetreten trotz der im Lockdown geschlossenen Einrichtungen, deren Notbetreuung in dieser Zeit aber teils stark frequentiert war. Bereits Anfang Februar hatte die Stadtverwaltung die Kita eines freien Trägers wegen aufgetretenen Virusmutationen geschlossen. Auch dort hatte es mehrere Erzieherinnen, Kinder und Eltern getroffen, dort waren danach drei Folgefälle bei Geschwisterkindern oder Eltern aufgetreten.

Auch an Schulen hat es seit Jahresbeginn etliche Infektionsfälle gegeben, an 28 Schulen 39 Infektionsfälle, Virusmutationen waren dort bisher keine darunter.

Inzidenz steigt wieder nennenswert

Nachdem auch in Stuttgart einige Wochen die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Infektionsfällen Schritt für Schritt gesunken war, steigt sie nun seit einigen Tagen wieder nennenswert an. Am vergangenen Sonntag lag die Inzidenz mit 34,8 Fällen pro 100 000 noch unter dem Warnwert von 35. Am Donnerstag erreichte der Inzidenz-Wert dann schon wieder den Wert von 45,6 Fällen. Seit Beginn der Pandemie vor einem Jahre haben sich in Stuttgart insgesamt 18 521 mit dem Coronavirus infiziert, 318 Personen sind mit oder an dem Virus bisher verstorben.

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