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Nicht nur SPD-Chef Schulz, sondern auch die Kanzlerin geht angeschlagen in die Sondierungen. An der Debatte, wie lange Angela Merkel noch Kanzlerin bleiben solle, beteilige sich die FDP besonders eifrig, meint Rainer Pörtner.

Berlin - Mehr als ein Vierteljahr liegt die Bundestagswahl inzwischen zurück – und eine neue Bundesregierung ist noch lange nicht in Sicht. Dieser politische Schwebezustand zehrt an den Nerven. Die Bürger werden unruhig und machen in wachsender Zahl die Kanzlerin persönlich für die missliche Lage verantwortlich. Inzwischen ist jeder zweite Bundesbürger der Meinung, dass Angela Merkel nicht mehr die volle vierjährige Amtsperiode als Regierungschefin wirken soll.

Diese Umfragedaten befeuern die Nachfolgedebatten innerhalb CDU, die bisher nur hinter vorgehaltener Hand geführt werden. Und sie beeinflussen die bald beginnenden Sondierungen: Nicht nur der SPD-Vorsitzende Martin Schulz, sondern auch die CDU-Chefin verhandelt aus einer Position der Schwäche.

An der öffentlichen Debatte, wie lange Merkel noch Kanzlerin sein sollte, beteiligt sich die FDP auffällig eifrig. Inzwischen meldet sich fast täglich ein Liberaler zu Wort, um der CDU eine personelle Erneuerung zu empfehlen. Dieses Manöver ist allerdings leicht zu durchschauen. Der FDP ist es bis heute nicht gelungen, ihren Ausstieg aus den Jamaika-Gesprächen überzeugend zu begründen. Da kommt es der Christian-Lindner-Partei mehr als gelegen, mit einer nachgeschobenen Merkel-Kritik von eigenen Defiziten abzulenken.

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