Zehn Standard-Sturmgewehre der Bundeswehr, das G36, sind seit 2010 verschwunden. (Symbolfoto) Foto: dpa

Seit 2010 sind bei der Bundeswehr etliche Pistolen, Maschinengewehre und dazugehörige Munition offenbar verschwunden. Die Bundeswehr wollte die Panne geheim halten.

Berlin - Bei der Bundeswehr sind laut einem Medienbericht seit 2010 insgesamt 75 Gewehre und Pistolen verschwunden. Außerdem seien fast 57 000 Schuss Munition entwendet worden, berichtet das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ unter Berufung auf eine als vertraulich eingestufte Liste des Verteidigungsministeriums. Von dem Verlust betroffen sind demnach alle bei der Bundeswehr eingesetzten Waffentypen, darunter das Standard-Sturmgewehr G36 (10 Stück), das schwere Maschinengewehr MG3 (6), G3-Gewehre (13), Pistolen vom Typ P7 und P8 (insgesamt 19) sowie die jeweilige Munition für diese Waffen.

Die Grünen-Abgeordneten Irene Mihalic und Konstantin von Notz fragten diese Zahlen laut dem Bericht in einer Kleinen Parlamentsanfrage ab. Die Bundeswehr stufte die Liste laut „Spiegel“ als Verschlusssache ein. Die Zahlen der entwendeten Waffen müssten geheim gehalten werden, weil sie „einen Vertrauensverlust in die Funktionsfähigkeit der Bundeswehr“ verursachen könnten.

Rechte aus der Bundeswehr ausgeschlossen

Die Papiere enthalten laut „Spiegel“ außerdem neue Zahlen über Soldaten, die der rechtsgerichteten „Identitären Bewegung“ angehören. Demnach wurden 2017 drei Soldaten und 2018 ein weiterer Soldat als Anhänger dieser Bewegung identifiziert und aus der Truppe entfernt. In drei weiteren Fällen sei der Verdacht bis zum Ausscheiden aus der Truppe nicht zweifelsfrei ausgeräumt worden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: