Zum Einsatz kommen sollen einfache Elemente wie Balancierstangen, Hüpfspiele, Fernrohre oder Barfußpfade. Foto: Rüdiger Ott

Hier etwas zum Hüpfen für Kinder, dort eine Sitzgelegenheit für Senioren: Das Stadtgebiet soll punktuell für die Bürgerschaft aufgewertet werden. Das Thema kommt an, was es kostet, weiß man aber noch nicht.

Filderstadt soll schöner werden. Geplant ist, an mehreren Stellen im öffentlichen Raum, etwa entlang von Schul- oder Einkaufswegen, sowohl Spielgeräte als auch Sitzgelegenheiten aufzustellen, damit Menschen jeden Alters die Stadt jeweils gemäß ihrer Bedürfnisse intensiver erleben können. Zum Einsatz kommen sollen einfache Elemente wie Balancierstangen, Hüpfspiele, Fernrohre oder Barfußpfade. Klassische Spielplätze und vorgefertigte Geräte wie Rutschen und Schaukeln sind damit nicht gemeint, vielmehr sollen Kinder angeregt werden, selbst kreativ zu werden. Das Ganze geht auf mehrere Anträge der Grünenfraktion zurück.

 

Es gibt Vorbilder. Das Konzept der bespielbaren Stadt wurde bereits erfolgreich in verschiedenen Kommunen umgesetzt. Brühl – größenmäßig vergleichbar mit Filderstadt – war 2017 die erste deutsche Ortschaft, die sowohl die „bespielbare“ als auch die „besitzbare“ Stadt gleichzeitig in einem Projekt angegangen ist. Zwischen 2017 und 2021 wurden demnach mehr als 200 Objekte im dortigen Zentrum installiert. Auch in Griesheim hat man sich bereits an eine solche Konzeption gemacht. In Filderstadt wiederum geht es zunächst noch um Planungsmittel. Dieser Tage hatten zwei Gemeinderatsausschüsse über die Idee zu befinden. Dem Gesamtgremium wurde jeweils mehrheitlich empfohlen, am 11. Dezember der Freigabe von knapp 45 000 Euro zuzustimmen.

Die Leute sollen zurück in die Innenstadt

Im Amt für Familie, Schulen und Vereine scheint man jedenfalls von der Idee begeistert zu sein. „Wir wollen die Leute zurückholen in die Innenstadt“, sagte die Amtsleiterin Katja Anton-Kalbfell in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Soziales. Auch ein Zeitplan steht bereits im Raum. Gemeinsam mit einer externen Spielraumberatung will man bereits im Januar in den Prozess einsteigen. Befragungen von Kindern, älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen sollen zwischen Februar und April folgen. Auf dieser Grundlage sollen dann Wegkartierungen erarbeitetet werden. Ergebnisse könnten möglicherweise bereits im Juni präsentiert werden.

In den Ausschüssen kam das Projekt in Summe gut an. „Wer garantiert profitieren wird, ist der Einzelhandel“, sagte etwa Walter Bauer (SPD). Dieter Weinmann (CDU) mahnte jedoch an, dass bislang noch keinerlei Aussage über mögliche Kosten getroffen worden sei. „Irgendwann geht das Geld aus. Wir müssen mal anfangen zu sparen“, sagte er. Und tatsächlich musste der Tiefbauamtsleiter Klaus Pascher den Stadträten die Illusion nehmen, dass kleine Maßnahmen zwangsläufig auch kleine Kosten verursachten. Im Gegenteil: Unter 3000 bis 5000 Euro sei nach seiner Erfahrung kein ordentliches und vandalismussicheres Spielgerät zu bekommen. Ein Planschplatz etwa schlage mit 20 000 bis 30 000 Euro zu Buche.