Die Arbeitslosenquote lag im Kreis Ludwigsburg im Mai bei 3,7 Prozent. Foto: dpa/Caroline Seidel

Die Corona-Krise drückt weiter auf die Arbeitsmarktzahlen im Kreis Ludwigsburg. Der Chef der Arbeitsagentur hat aber für mittlere und kleine Unternehmen einen Rat, wie sie die Situation nutzen sollten.

Kreis Ludwigsburg - Die Arbeitslosenzahlen im Kreis Ludwigsburg sind infolge der Corona-Krise weiter gestiegen, weitere Unternehmen haben zudem Kurzarbeit angemeldet. Im Mai waren insgesamt 11 563 Personen bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet. Das waren 796 Personen oder 7,4 Prozent mehr als im April, vor einem Jahr waren im Kreis 8535 Personen ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,3 Prozentpunkte zum Vormonat auf 3,7 Prozent (Vorjahr: 2,7 Prozent).

„Die Corona-Krise hat den Arbeitsmarkt schon jetzt stärker in Mitleidenschaft gezogen als die Finanzkrise 2009“, sagt Martin Scheel, Leiter der Arbeitsagentur Ludwigsburg über die Entwicklungen der letzten Wochen und Monate. Von den Einschnitten seien nahezu alle Branchen betroffen. „Durch die Kurzarbeit konnte bislang ein noch stärkerer Anstieg der Arbeitslosigkeit vermieden werden“, so Scheel. Seit dem 1. März haben Unternehmen rund 5250 Anzeigen auf Kurzarbeit für etwa 85 100 Beschäftigte gemacht. Einige Unternehmen melden auch schon wieder freie Stelle (595 im Mai). Die Arbeitsagentur spricht jedoch nur von einer „zaghaften“ Entwicklung.

Im Mai waren insgesamt 2561 Stellen im Kreis unbesetzt. „Die Unsicherheit in den Unternehmen in der Einschätzung über die weiteren Entwicklungen ist groß“, sagt Scheel. Er rät – auch aus den Erfahrungen von 2009 heraus –, dass vor allem kleinere und mittlere Unternehmen den Blick nach vorne richten, und die Kurzarbeit dafür nutzen sollen, die Mitarbeiter weiter zu bilden.

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