Das markante Geschäftshaus an der Hemminger Hauptstraße wird, obwohl erst knapp 40 Jahre alt, durch einen Neubau ersetzt. Der Abriss aber verzögert sich. Foto: factum/Archiv

Für den Neubau an der Hauptstraße verzögert sich der erste Schritt. Die Filiale will im Januar umziehen. Das aber geht nicht so rasch wie geplant.

Hemmingen - Wir haben einen Zeitpuffer eingeplant.“ Hans-Otto Zeh, Projektleiter der Bietigheimer Wohnbau (BW) für ein Wohn- und Geschäftshaus in Hemmingens Ortsmitte, wird ihn brauchen. Gleich der erste Schritt dauert länger als gedacht. Denn der Abbruch des Altbaus verzögert sich, die Genehmigung fehlt. Nun soll die Geschäftsstelle der Volksbank Ludwigsburg im Januar ihren Betrieb in einem Container nahe der Baustelle aufnehmen – später als geplant.

21 Wohnungen für Senioren

Das Gebäude, das die Volksbank Ende der siebziger Jahre für eine Geschäftsstelle baute, wird nicht mehr gebraucht. Und es kann so, wie es ist, auch nicht vernünftig anders genutzt werden. Deshalb hat die Bank das Areal an die BW verkauft – die den eigentlich noch jungen Altbau abreißt und dort zwei Häuser errichtet. 21 Wohnungen für ältere Menschen werden ebenso entstehen wie eine Tagespflegeeinrichtung.

Und die Volksbank kehrt ins Erdgeschoss zurück. Sie übernehme die Fläche der neuen Filiale in Teileigentum, bestätigte ein Sprecher der Bank. Das sei die Zusage, dass die Geschäftsstelle „auf Dauer gesichert“ sei, sagt der Pressesprecher Bernd Weisheit, „sonst würden wir irgendwo in Miete gehen.“ Man investiere vor Ort als langfristiges Signal, und um den Mitarbeitern und rund 5000 Kunden der Geschäftsstelle eine Perspektive zu geben.

Geduld ist gefordert

Dazu braucht es aber noch ein bisschen Geduld. Der Geschäftsbetrieb im Container werde „wahrscheinlich nicht mehr vor Weihnachten“ begonnen, der Umzug in das Provisorium sei für Anfang Januar geplant. Noch seien die dafür nötigen Genehmigungen aber nicht im Haus. „Wir hoffen auf eine baldmöglichste Freigabe.“

Der Bürgermeister Thomas Schäfer (CDU) sagt, die Gemeinde habe ihre Hausaufgaben für dieses Projekt gemacht. Der Bebauungsplan sei geändert worden. Zudem habe der Gemeinderat beschlossen, einen Beitrag zur Finanzierung der Tagespflegeeinrichtung zu leisten. Diese wird vom Träger Kleeblatt betrieben, der auch ein Heim ganz in der Nähe hat.

Landratsamt braucht noch Unterlagen

Das Landratsamt Ludwigsburg bestätigte, das Baugesuch liege vor und werde bearbeitet. Das Verfahren laufe aber noch, da Unterlagen nachgeliefert werden müssen und noch nicht alle erforderlichen Stellungnahmen der Fachbehörden vorlägen.

Die beiden neuen Gebäude, die durch einen Steg verbunden werden, sollen nicht höher werden als das noch stehende Volksbank-Haus von 1979. Es wird aber mächtiger, da die Grundfläche viel größer ist. Unweit des Hauses wird außer den Bankcontainern ein weiteres Provisorium entstehen: ein etwa 30 Meter hoher Gittermast. An ihm werden die Mobilfunkantennen montiert, die bisher noch auf dem Volksbankgebäude stehen. Nur so könne der Mobilfunk im Ortskern sichergestellt werden.

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