In Baden-Württemberg ist keine Maskenpflicht während des Unterrichts geplant – noch nicht. Foto: dpa/Robert Michael

Baden-Württemberg steigt als letztes Bundesland ins neue Schuljahr ein. Und schon jetzt ist klar: Im Unterricht soll auch nach dem Urlaub auf Masken verzichtet werden – solange die Lage das zulässt. Doch der Gegenwind ist bereits da.

Stuttgart - Auch nach den Sommerferien soll es in baden-württembergischen Schulen keine Maskenpflicht im Unterricht geben. „Ich halte aus pädagogischen Gründen wenig von einer Maskenpflicht im Unterricht“, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann der Deutschen Presse-Agentur. Gerade im Unterricht sei es wichtig, klar kommunizieren zu können. „Stellen Sie sich zum Beispiel mal den Französischunterricht mit Maske vor, das ist schon schwierig“, sagte Eisenmann.

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Es gebe allerdings nach den Sommerferien ab Klasse fünf und an den weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht auf Bewegungsflächen wie den Schulfluren, der Aula und den Toiletten. An Grundschulen seien Masken auch nach den Ferien nicht vorgeschrieben, sagte Eisenmann.

Setzt Eisenmann die Empfehlungen noch um?

Nordrhein-Westfalen hat als bisher einziges Bundesland eine Maskenpflicht auch im Unterricht angekündigt. Baden-Württemberg nimmt in diesem Jahr als letztes Bundesland nach den Sommerferien den regulären Schulbetrieb auf.

Wissenschaftler wie der Charité-Virologe Christian Drosten und der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, widersprechen allerdings der Lesart Eisenmanns und zahlreicher anderer Kultusminister. In einer Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle empfehlen sie, dass an Deutschlands Schulen von der fünften Klasse an auch im Unterricht Maske getragen wird, wenn nicht ausreichend Abstand möglich ist. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte Eisenmann auf, die Empfehlungen der Wissenschaft umzusetzen.

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