Die von der Rennfahrer-Legende Niki Lauda gegründete Fluggesellschaft will ihr Geschäft am Flughafen Stuttgart „nachhaltig“ entwickeln. Foto: dpa

Die irisch-österreichische Fluggesellschaft will im kommenden Jahr zwei zusätzliche Flugzeuge in Stuttgart stationieren – und 700 000 zusätzliche Tickets verkaufen. Die neuen Flugziele sind für Italien-Reisende interessant, aber nicht nur für sie.

Stuttgart - Für die Flughafen Stuttgart GmbH sind die Chancen gewachsen, dass es bei der Passagierzahl auch im nächsten Jahr wieder einen Wachstumsschub geben wird – wenn in Deutschland und der Welt keine große Krisen in Politik und Wirtschaft ausbrechen. Die Fluggesellschaft Laudamotion kündigte am Dienstag an, sie werde den Flugbetrieb von und nach Stuttgart im Sommer 2019 „signifikant ausweiten“.

Der Plan sieht vor, 17 zusätzliche Flugziele anzubieten und statt eines Flugzeugs drei Maschinen am Flughafen Stuttgart zu stationieren. Das schaffe mehr als 100 Arbeitsplätze. Die Suche nach Piloten und Kabinenpersonal sei schon angelaufen. Man werde statt rund 200 000 Tickets in diesem Sommer für Fluggäste von und nach Stuttgart dann etwa 900 000 Tickets anbieten, kündigte Geschäftsführer Andreas Gruber an. Bis Ende Oktober dieses Jahres fliegt Laudamotion ab Stuttgart lediglich Mallorca an. Nach der Winterpause wird es im Sommer 2019 allein in Italien sechs neue Ziele geben (Venedig/Treviso, Mailand, Verona, Neapel, Bologna sowie Alghero auf Sardinien). Ein weiterer, etwas kleinerer Schwerpunkt wird Kroatien (Split, Pula und Zadar). Außerdem nannte Gruber Kopenhagen, Nizza, Marseille, Göteborg, Budapest, Malaga, Krakau und Podgorica in Montenegro. Kopenhagen sowie Bologna und Neapel sollen an sechs Tagen der Woche angeflogen werden, das schon eingeführte Ziel Palma de Mallorca dreimal täglich.

Andere Ziele sollen zwei- oder dreimal pro Woche im Flugplan auftauchen. Unter den neuen Destinationen sind auch solche, die von Stuttgart aus bisher nicht buchbar sind: Alghero, Nizza, Marseille, Göteborg und Podgorica.

Die Fortsetzung des Wachstumskurses wird immer wahrscheinlicher

Die Ankündigung kam mitten in einer Wachstumsphase für den Flugverkehr in Stuttgart. Bis Ende September ist die Fluggastzahl am Flughafen um 6,8 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Vorjahres gestiegen. Alles deutete bereits darauf hin, dass die Passagierzahl am Jahresende erstmals die Marge von elf Millionen überspringen wird. Rund 700 000 zusätzliche Sitzplätze von Laudamotion im nächsten Sommer versprechen nun umso mehr einen stabilen Aufschwung – zumal der Airline-Chef versprach, dass man am Standort Stuttgart über die Sommersaison 2019 hinaus „nachhaltig“ präsent sein wolle, auch im Winter 2019/2020.

Flughafendirektorin Arina Freitag hätte auch schon weitere Vorschläge. Sie wünscht sich im Flugplan auch St. Petersburg, die bulgarische Hauptstadt Sofia sowie Madrid und Sevilla in Spanien. Dies seien Ziele, die für hiesige Geschäftsreisende interessant seien und für die es Nachfragepotenzial gebe. „Für diesen Flughafen ist es sehr wichtig, dass es hier eine Vielzahl europäischer Destinationen gibt“, sagte Arina Freitag. Auch die jetzt von Laudamotion angekündigten Ziele seien eine „spannende Auswahl“.

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Airline-Chef Gruber sagte, für diese Strecken könnten die Flüge zu Preisen ab 19,99 Euro gebucht werden. Mit Preisdynamik sollte aber wohl gerechnet werden: Bei den Flügen von Laudamotion – dem Nachfolge-Unternehmen der Airline Niki – sollen seit Betriebsauftakt am 25. März im Schnitt 93 von 100 Sitzen belegt gewesen sein. 25 Prozent am Unternehmen hält noch Ex-Rennfahrer Niki Lauda, 75 Prozent hat im Sommer die irische Billigfluggesellschaft Ryanair übernommen.

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