Den Abstieg des VfB Stuttgart konnte Ozan Kabak nicht verhindern – der Türke bleibt aber erstklassig. Foto: dpa

Nun sind alle Details geklärt – und der Wechsel ist fix: Abwehrspieler Ozan Kabak wechselt vom VfB Stuttgart zum FC Schalke 04. Mit der Ausstiegsklausel erscheint der Spieler fast schon als Schnäppchen.

Stuttgart - Man kann ja nicht behaupten, er hätte nicht bis zum Schluss alles gegeben für den VfB Stuttgart. Das entscheidende Relegationsspiel beim 1. FC Union Berlin bestritt Ozan Kabak nach einer blutenden Kopfverletzung mit Turban, zuvor war er mit Mitspieler Holger Badstuber zusammengekracht. Zum Klassenverbleib reichte die Willensleistung des jungen Innenverteidigers nicht – einen guten Ruf hat sich der Türke in seinem halben Jahr in Stuttgart dennoch erworben. Was nun endgültig dazu führt, dass er erstklassig bleibt.

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An diesem Sonntag wurden letzte Details geklärt, nun ist der Wechsel des 19-Jährigen zum FC Schalke 04 perfekt. Der VfB Stuttgart hatte in den Verhandlungen nur noch eine Nebenrolle gespielt, schließlich konnte Kabak im Abstiegsfall von einer Ausstiegsklausel aus seinem Vertrag bis 2024 Gebrauch machen – die den Abwehrspieler fast schon als Schnäppchen erscheinen lässt. 15 Millionen Euro müssen die Schalker an den VfB überweisen. Für rund elf Millionen Euro war er im Winter von Galatasaray Istanbul nach Stuttgart gekommen. In Gelsenkirchen unterschrieb Kabak ebenfalls einen Vertrag bis 2024.

Fünf Innenverteidiger sind aktuell im Kader

Nach Benjamin Pavard verliert der VfB also einen weiteren Innenverteidiger, kassiert neben den 35 Millionen Euro für den Franzosen nun aber auch die Summe für Kabak. Für die zentralen Abwehrpositionen hat der Absteiger nun noch Timo Baumgartl, Holger Badstuber, Marc Oliver Kempf, Marcin Kaminski und Antonis Aidonis unter Vertrag.

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Eine besondere Note des Kabak-Deals ist, dass ihn der Mann umgesetzt hat, der den jungen Türken schon zum VfB Stuttgart gelockt hatte. Michael Reschke war im Winter noch Sportvorstand des VfB, nun ist er Technischer Direktor beim FC Schalke 04 – und verpflichtete Kabak erneut. Was beim VfB aber kein Aufreger ist. „Es gibt keinen Ärger – denn schließlich gibt es auch Geld“, sagte Thomas Hitzlsperger, der Sportvorstand des VfB, schon vor einigen Tagen. „Wir bedauern seinen Weggang, weil wir einen guten Spieler verlieren. Durch den Transfer haben wir aber auch zusätzlichen finanziellen Spielraum für weitere Investitionen in den Kader. Ozan wünschen wir für seine Zukunft alles Gute“, sagte Hitzlsperger nun. Neben dem FC Schalke 04 sollen auch der FC Bayern, West Ham United und der AC Mailand Interesse an Kabak gehabt haben.

Schneider dankt Wagner und Reschke

„Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, eines der aktuell größten europäischen Talente für Schalke 04 zu gewinnen. Ozan Kabak hat sich trotz sehr namhafter Konkurrenz bewusst für unseren Club entschieden“, sagte Jochen Schneider, der Sportvorstand des FC Schalke 04 und betonte die Rolle Reschkes: „Mein Dank gilt hier besonders Chef-Trainer David Wagner und Michael Reschke als Technischem Direktor, die Ozan entscheidend überzeugen konnten, dass der Schritt zum FC Schalke 04 für ihn der richtige ist.“

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