Ozan Kabak folgt erneut dem Lockruf des Managers Michael Reschke. Foto: Baumann

Der VfB-Innenverteidiger Ozan Kabak hatte wie berichtet die Qual der Wahl: West Ham United, der FC Bayern, der AC Mailand und Schalke 04 wollten den 19-jährigen Türken verpflichten. Erneut macht offenbar Michael Reschke das Rennen.

Stuttgart - Da haben zwei altbekannte Akteure wieder zueinandergefunden, die bereits im Januar für ein gemeinsames Gruppenfoto nach einem gelungenen Vertragsabschluss miteinander posiert hatten. Noch ist nichts offiziell. Doch alles spricht dafür, dass der Fußballmanager Michael Reschke erneut das Tauziehen um den eminent begehrten Innenverteidiger Ozan Kabak gewonnen hat.

Trotz namhafter Konkurrenz vom FC Bayern, vom AC Mailand sowie von West Ham United. Kam der inzwischen 19 Jahre junge Türke im Winter von Galatasaray Istanbul an den Neckar, so zeichnet sich diesmal ein Transfer von den Stuttgartern zum FC Schalke 04 ab, wo Reschke inzwischen als Kaderplaner unter einem weiteren Ex-Stuttgarter, dem Sportvorstand Jochen Schneider, arbeitet.

Kabak ist der „Neuling des Jahres“

Der VfB verliert also in Ozan Kabak ein europäisches Toptalent, einen Innenverteidiger, der zuletzt von der Deutschen Fußball-Liga zum „Rookie of the Year“, zum besten Neuling, gekürt wurde. Kabak kam einst für rund elf Millionen Euro aus Istanbul nach Cannstatt – und wechselt nun, sobald die letzten Modalitäten geklärt sind, für 15 Millionen zu den Königsblauen. Finanziell hat der VfB also nach dem nur sechsmonatigen Gastspiel des gleichsam kopfball- wie zweikampfstark und routiniert aufspielenden Abwehrmanns profitiert. Doch gemessen am rapide gesteigerten Marktwert und seinen Karriereperspektiven müssen die Stuttgarter Kabak letztlich unter Wert abgeben.

Möglich gemacht hat dieses Schnäppchen aus Schalker Sicht neben der Tatsache, dass der Deutsch sprechende Kabak in der Bundesliga bleiben wollte und bei S04 größere Chancen auf einen Stammplatz sieht als beim FC Bayern, auch eine Vertragsklausel, die sein Berater Güde Fazil Özdemir im Januar mit Michael Reschke ausgehandelt hatte. Im Falle des Abstiegs des VfB, das war von der Seite des Spielers damals die Bedingung für den Wechsel aus der Champions League, wo Kabak mit Galatasaray zuvor gespielt hatte, dürfe der Türke Stuttgart für 15 Millionen Euro verlassen.

Dieser Fall ist letztlich am 27. Mai durch das 0:0 im Relegationsrückspiel bei Union Berlin eingetreten. Dass nun ausgerechnet der in Stuttgart gescheiterte Reschke die von ihm installierte Klausel zieht, sorgt bei manchem VfB-Fan für Unmut. Tatsächlich ist die Konstellation kurios, Vorwürfe sind aber letztlich unangebracht – denn weder hat Reschke den Abstieg gewollt, noch konnte er im Januar wissen, dass er im Juni für Schalke 04 arbeitet.

Hitzlsperger bleibt gelassen

„Es gibt keinen Ärger – denn schließlich gibt es auch Geld“, sagt der VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger, der überdies findet, die Klarheit um die Zukunft von Ozan Kabak sei für alle das Beste. Fest steht auch, dass der VfB die eingenommenen Millionen wieder komplett in den Kader investieren will. Der Umbruch in Stuttgart dauert also an.

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