Die Helfer in Kirchheim drücken die Daumen, doch für den Gambier Sedi Kijera sieht es nicht gut aus. Jetzt soll ein zweiter Härtefall-Antrag die Abschiebung verhindern.
Die geplante Abschiebung des Gambiers Sedia Kijera am 31. Januar ist gescheitert. Der Grund: Gambia lehnte es ab, das Flugzeug mit ihm landen zu lassen. Das gelte auch für alle weiteren Versuche, berichtet die Kirchheimer Ortsgruppe Seebrücke. Kijera bleibe deshalb vorerst im Abschiebegefängnis Pforzheim. Das Regierungspräsidium Karlsruhe habe beim Amtsgericht ein Antrag auf Haftverlängerung bis 28. Februar, spätestens bis 5. März, gestellt.
Einmal hatte sich ein Pilot geweigert, den 28-Jährigen, der in der Altenpflege in Kirchheim arbeitet, wegzufliegen. Später kam den Behörden das Nein des afrikanischen Staates in die Quere. „Wir haben jetzt erneut einen Härtefallantrag bei der Härtefallkommission des Landtags gestellt“, informiert Götz Schwarzkopf von der Seebrücke. Weil ein erneutes Abschiebeverfahren noch nicht eingeleitet worden sei, hoffe man.
Kijera wurde zum Verhängnis, dass er 2017 mit Drogen gehandelt hatte. Die Strategie der Helfer ziele darauf ab, Kijera eine schnellere Wiedereinreise zu ermöglichen, wenn er freiwillig ausreise, so Schwarzkopf. Die Dauer der Einreisesperre erfahre man erst bei der Ausreise. Kijera müsse, wenn er wieder in Deutschland sei, 380 Euro pro Hafttag zahlen, zurzeit fast 26 000 Euro.