Der Vorsitzende des Fördervereins Volkmar Rupp und MJA-Teamleiterin Niat Habtom sind froh um die Unterstützung, würden sich aber über weitere Mitglieder freuen. Foto: pop

Seit nunmehr 20 Jahren unterstützt der Förderverein der Mobilen Jugendarbeit (MJA) Zuffenhausen Projekte von und mit Jugendlichen. Auch wenn die Finanzierung der MJA heute auf sicheren Füßen steht, hält man an dem Konzept fest. Für viele Kinder und Jugendliche sind etwa die Freizeiten der MJA der einzige Urlaub.

Zuffenhausen - Als die Arbeiterwohlfahrt (Awo) aus der Trägerschaft der Mobilen Jugendarbeit (MJA) auch in Zuffenhausen einst ausgestiegen ist, wurde ein Förderverein gegründet, um den finanziellen Ausfall zu kompensieren. 20 Jahre ist das nun her. Heute wird die MJA vom Caritasverband und der Evangelischen Gesellschaft (Eva) getragen. Überflüssig hat diese Veränderung den Förderverein nicht gemacht. Bis heute unterstützt er die Arbeit der Sozialarbeiter und ermöglicht Jugendlichen Dinge, die für andere Kinder völlig normal sind.

Weil sie den finanziellen Kollaps der MJA im Bezirk verhindert wollten, haben 1998 sieben Menschen aus Kirche Politik, Awo, Schule und Gewerbe- und Handelsverein die Initiative ergriffen. „Der Förderverein startete damals mit großen Spenden. Das war eine publikumswirksame Sache“, erinnert sich der evangelische Pfarrer und Vereinsvorsitzende Volkmar Rupp. Er übernahm vor 20 Jahren den Vorsitz und hat ihn bis heute inne. Denn auch wenn die Arbeit der Sozialarbeiter mittlerweile gesichert ist, so sei der Verein weiterhin eine wichtige Ergänzung im Angebot der Mobilen Jugendarbeit.

Es geht nicht nur um Geld

Mit den rund 2000 Euro, die der Verein jährlich zur Verfügung stellt, werden unter anderem Freizeiten unterstützt. „Sonst müssten die Jugendlichen das Geld selbst aufbringen. Vielen ist das jedoch nicht möglich“, betont Rupp. Es gäbe zahlreiche Kinder und junge Menschen, die nie Schlittenfahren gewesen seien oder die nie einen Städtetrip gemacht hätten. „Unsere Freizeiten sind für viele der einzige Urlaub. Für andere Kinder ist das normal“, sagt Rupp. Dies beträfe auch junge Menschen, die bereits seit zwei oder drei Jahren aus der Schule raus seien und keinen Job finden könnten. Jüngst hatte bei der Hauptversammlung des Vereins eine Gruppe ihr Projekt selbst vorgetragen. „Das hat es bis jetzt noch nicht gegeben“, sagt der Vereinsvorsitzende. Die Jugendlichen haben nicht einfach nur um Geld für einen Ausflug gebeten, sondern ihre Planungen und Kostenaufstellung vor dem Vorstand präsentiert. „Die hatten so etwas vorher noch nie gemacht, geschweige denn vor einer Gruppe älterer Menschen vorgetragen“, zeigt sich Rupp beeindruckt. Dinge wie diese geben dem Verein seine Berechtigung.

Doch es geht nicht nur um Geld. „Für uns ist auch das Netzwerk wichtig“, betont Niat Habtom, Teamleiterin der MJA in Zuffenhausen und Rot. Sei es nun Hilfe bei der Suche nach Räumlichkeiten oder die ideelle Unterstützung. „Unser Wunsch ist, dass auch die Jugendlichen sich für ideelle Dinge einsetzen“, sagt sie.

Mit seinen 29 Mitgliedern ist es ein kleiner Verein. „Die Zahl ist recht konstant, aber wir würden uns natürlich über weitere Mitglieder freuen“, sagen Rupp und Habtom. Wichtig sei in erster Linie, dass der Förderverein bestehen bleibe. Den runden Geburtstag wird man etwas später im Jahr feiern. Das Fest ist für Freitag, 5. Oktober, in den Räumlichkeiten der MJA an der Lothringer Straße 13a geplant.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: