Die Lotterie Logeo hat in den Annahmestellen viel Erklärungsbedarf erfordert. Foto: dpa

Die Lottogesellschaft hat regelmäßig bei der Lotterie Logeo draufgezahlt. Auf Ende Juli wird das Spiel mit den Geodaten der Wohnadresse in Baden-Württemberg eingestellt.

Stuttgart - Einigen Stuttgartern hat die Geolotterie Logeo durchaus Glück gebracht. Gleich zu Beginn des Spiels mit den Geokoordinaten der Wohnadresse Anfang 2017 hat ein Spieler im Westen den Hauptgewinn von 100 000 Euro gemacht und mit ihm kamen 1300 Menschen aus seiner Nachbarschaft zu Geld. Ein Jahr später gewannen eine Sillenbucherin und Menschen aus ihrem räumlichen Umfeld.

Lotto Baden-Württemberg aber hat bei Logeo regelmäßig verloren. „Im Jahr 2017 hat Logeo 2,4 Millionen Euro Miese gemacht“, sagte Lotto-Geschäftsführer Georg Wacker unserer Zeitung. Eine Wende war nicht absehbar. Der Aufsichtsrat der Staatlichen Toto-Lotto GmbH hat in seiner jüngsten Sitzung das Aus für die Lotterie beschlossen. „Ende Juli wird der Betrieb eingestellt“, erklärt Wacker.

Komplizierte Regeln

20 000 Spieler haben sich regelmäßig an der Lotterie beteiligt, die nach Wackers Einschätzung vielen wohl zu kompliziert war. „In den Annahmestellen musste das Spielprinzip ausführlich erklärt werden“, das habe mitunter die klassischen Lottospieler verärgert, so der Lottochef. Sie mussten Schlange stehen, während die Logeo-Spieler beraten wurden.

Logeo ist eine Kombination aus Lotto und Geokoordinaten. Die Wohnadresse der Spieler wird Koordinaten zugeordnet. Der Hauptgewinner wird aus dem großen Topf elektronisch ermittelt. Er erhält 100 000 Euro. Die weiteren Gewinne im Wert von insgesamt 20 000 Euro orientieren sich an den Geodaten. Sie gehen an die Spielteilnehmer, die in der Nähe des Hauptgewinners wohnen. Abgestuft nach der Entfernung zum Sieger gibt es 5000, 500 oder fünf Euro.

Zu wenig Teilnehmer

Jede Woche hat Logeo 120 000 Euro ausgeschüttet. Damit sich das Produkt für die Lottogesellschaft gerechnet hätte, hätten sich wöchentlich deutlich mehr als 40 000 Spieler beteiligen müssen, rechnet der Lottogeschäftsführer vor. Danach sah es auch nach intensiver Prüfung nicht aus. „Wir hätten nicht in absehbarer Zeit den Break-even-Point erreicht“, sagt Georg Wacker. „Jedes Produkt muss Gewinn machen“, betont Wacker. Es sei ganz normal, Produkte, die sich nicht rechneten, aus dem Markt zu nehmen.

Logeo wurde im Südwesten nach dem Vorbild skandinavischer Länder entwickelt. Als Baden-Württemberg 2017 an den Start ging, gab es nach Angaben einer Sprecherin von Lotto Baden-Württemberg Geolotterien in Norwegen und Finnland. Kurzzeitig schloss sich demnach auch Dänemark an, jedoch nur mit einem Internetspiel. Inzwischen gebe es die Lotterie nur noch in Norwegen. In Deutschland folgte kein Bundesland dem Pionier Baden-Württemberg.

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