In den Gemeinden am Albtrauf kümmern sich Vereine um das örtliche Skivergnügen. Doch die milden Winter machen den Betrieb der Anlagen unwirtschaftlich. Beuren hat den mobilen Lift deshalb seit drei Jahren nicht mehr aufgebaut. Wie geht es weiter?
Sehnlichst warten die Skiliftbetreiber auf mehr Schnee. Am vergangenen Wochenende hat es zwar in der Nacht auf Sonntag geschneit, doch es sind nur wenige Zentimeter der weißen Pracht liegen geblieben. Wenn es an diesem Wochenende mit Nachschub von oben klappen würde, wäre das ein Segen für Rodler, Skifahrer und die Liftbetreiber. Immerhin sind die meisten Lifte im Kreis Esslingen in diesem Winter erst einen Betriebstag lang gelaufen – keine einfache Lage, wie die privaten Betreiber berichten. Die Skitradition im Kreis Esslingen steht vor großen Herausforderungen, denn mit jedem schneearmen Winter rechnet sich der Betrieb der Lifte immer weniger. Vor allem in den tieferen Lagen unterhalb des Albtraufs zwischen Beuren und Kohlberg stehen die Vereine als Liftbetreiber vor der Frage, wie es weitergehen soll.
Ochsenwang Die Schneelage am vergangenen Sonntag war nicht ideal, aber der Betrieb sei immerhin möglich gewesen, berichtet Michael Mall, dessen Familie den 1967 in Betrieb genommenen Lift in Bissingen-Ochsenwang seit 1989 betreibt. Er hofft auf rund 15 Zentimeter Neuschnee, damit er die Piste mit der Schneewalze präparieren kann. An der Talstation des von Familien gern frequentierten Lifts liegt auch ein bewirtschafteter Kiosk, der verpachtet ist. Damit sich der Lift lohnt, wären mindestens 20, besser 30 Betriebstage pro Winter notwendig, sagt Mall. Eine solche Saison habe es aber schon lange nicht mehr gegeben. Mall beobachtet, dass auch immer mehr Schlittenfahrer die Alb aufsuchen, weil es in den niedrigeren Lagen bisher gar keinen Schnee gegeben hat.
Randecker-Maar-Straße, 73252 Bissingen
Lenningen Die beiden Schlepplifte auf der Pfulb sind vor zwei Jahren von der gemeinnützigen Arbeg Inklusionsgesellschaft mit Sitz in Wernau gepachtet worden, die zur WEK, den Werkstätten Esslingen Kirchheim, gehört. Wegen der Beschränkungen durch die Pandemie 2021 und den Schneemangel im vergangenen Winter habe es noch keinen Normalbetrieb gegeben, bedauert der Pfulb-Gruppenleiter Alexander Riefler. Aber immerhin seien die Lifte am vergangenen Sonntag gelaufen. Sowohl im bewirteten Kiosk wie am Lift arbeiten Menschen mit und ohne Handicap Hand in Hand. Am Kiosk gibt es Maultaschen, die vom integrativen Team im Maultaschenlädle Deizisau, ebenfalls unter dem Dach der Arbeg, produziert werden. Der Lift wurde ebenfalls 1967 eröffnet. Pfulbstraße, 73252 Lenningen-Schopfloch
Kohlberg Der 1965 eröffnete Lift am Jusi in Kohlberg ist der älteste im Landkreis Esslingen, wobei die Alblifte – wie oben erwähnt – bereits zwei Jahre später gebaut wurden. „Wer hier liften kann, schafft es überall, denn am Jusi muss jeder seinen Bügel selbst einhängen“, sagt Dagmar Euchner vom TSV Kohlberg, dem der Lift gehört.
Schon in den 1950er Jahren haben die TSVler eine Abfahrtsstrecke am Jusi eingerichtet und Vereinsmeisterschaften dort ausgetragen. Doch seit Jahren ist der Schnee auch hier immer häufiger Mangelware. Vergangene Woche konnte immerhin am Sonntag und Montag gefahren werden, seither ist der Schnee wieder zu matschig. Bei guter Schneelage läuft der Lift auch wochentags am Nachmittag, und an den Wochenenden werden Skikurse angeboten. Dann ist auch der Babylift am Jusi in Betrieb. Parkplatz Jusihalle, 72664 Kohlberg
Neuffen Das Skigelände Lettenberg wird vom Turnerbund Neuffen unterhalten. An dem Nordhang war der mobile Skilift auf rund 550 Meter Meereshöhe aus den 1970er Jahren mit Flutlichtanlage am Wochenende in Betrieb. Wenn der Liftbetrieb läuft, gibt es in der kleinen Skihütte auch Getränke zu kaufen. Zu erreichen ist der Skihang über die Sportanlage Spadelsberg. Spadelsberg, 72639 Neuffen
Beuren Den mobilen Skilift Beuren haben die Ehrenamtlichen vom örtlichen TSV schon seit drei Jahren nicht mehr auf der Bleiche aufgebaut, berichtet der Hüttenwirt Volker Streicher. Der Aufwand sei einfach zu groß für die wenigen Tage im Jahr, in denen Skifahren unter dem Hohenneuffen überhaupt noch möglich ist. Im Vergleich mit anderen Anlagen werde der Schnee in Beuren viel schneller zu nass zum Skifahren als in den höheren Lagen der Schwäbischen Alb. Vermutlich sei damit das Ende der Beurener Skitradition besiegelt. Die Skiabteilung des Vereins bewirtschaftet aber noch die Skihütte Rudi Stoll über den Winter und öffnet für Veranstaltungen auch in der warmen Jahreszeit.
Informationen zu den Loipen beim Schneetelefon unter: 0 70 26 / 9 50 12 28