Will eine moderne Weinkönigin sein: Carolin Klöckner aus Vaihingen/Enz. Foto: factum/Bach

Carolin Klöckner ist die neue württembergische Weinkönigin. In ihrer einjährigen Amtszeit will die 22-Jährige frischen Wind in die Branche bringen.

Vaihingen/Enz - Die Frage, ob sie mit ihrer berühmten Namensvetterin verwandt ist, hört Carolin Klöckner öfter. „Manchmal werde ich auch aus Versehen Julia Klöckner genannt“, sagt die 22-Jährige. Zumindest eines hat die junge Frau aus Vaihingen an der Enz mit der CDU-Politikerin aus Rheinland-Pfalz gemeinsam: die Faszination für Wein hat ihnen beiden eine Krone eingebracht. Julia Klöckner war 1995 deutsche Weinkönigin, Carolin Klöckner ist seit knapp einer Woche die neue Württemberger Weinkönigin.

Vor einer 30-köpfigen Jury in Stuttgart setzte sich die Studentin gegen vier Konkurrentinnen durch. Dabei war ihr Sieg für alle eine Überraschung, allen voran für Klöckner selbst, die sich als „Quereinsteigerin“ bezeichnet: sie kommt nicht aus einer Winzerfamilie, was zumindest inoffiziell als Bedingung für den Titel gilt. Allerdings ist ihr Onkel Haupterwerbs-Winzer, seit ihrem zehnten Lebensjahr hilft sie bei der Ernte mit – daher ihre Faszination für die Reben. Nun studiert sie seit einem Jahr Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim. Vor allem das Fach Weinbau brachte ihr die nötige Expertise für die Fachbefragung der Jury.

Dritte Weinkönigin in Folge aus dem Kreis Ludwigsburg

Klöckner ist bereits die dritte württembergische Weinkönigin in Folge, die aus dem Landkreis Ludwigsburg kommt: Ihre Vorgängerin Andrea Ritz stammt aus Markgröningen, zuvor hatte die Vaihingerin Mara Walz die Krone auf. Klöckner selbst ist bereits seit einem Jahr die Vaihinger Weinprinzessin und wird es – weil die Amtszeit hier zwei Jahre beträgt – auch noch ein Jahr lang bleiben.

Durch den Sieg bei der Wahl zur Württembergischen Weinkönigin bekommt Klöckner vom Württembergischen Weinbauverband alles gestellt, was sie für ihre royalen Pflichten braucht: Krönchen, Dirndl, Auto und Fortbildungen, wie beispielsweise ein Rhetorik-Seminar. Bis zu 100 Termine wird sie innerhalb ihrer einjährigen Regentschaft absolvieren und dabei voraussichtlich auch vielen Prominenten begegnen. „Aber da habe ich keine Berührungsängste“, sagt die Studentin.

Influencer der Weinbranche Württembergs

Klöckner will eine moderne Weinkönigin sein und „frischen Wind“ in die Branche bringen. Beispielsweise will sie bei Winzern vermehrt für fortgeschrittene, pilzresistente Reben werben. Aber auch was Eigenmarketing angeht, will sie verstärkt auf soziale Medien im Internet, wie zum Beispiel Facebook, zurückgreifen. „Eine Weinkönigin muss ein Influencer der Weinbranche sein“, sagt Klöckner. Sie ist das Vorzeigegesicht der Württemberger Winzer, ungefähr so, wie Christian Lindner es im Wahlkampf für die FDP war.

Zu dem modernen Anstrich passt auch, dass der Winzerverband die Regeln fürs Königinnendasein gelockert hat: früher musste eine Weinkönigin ledig sein und es galt eine strenge Kleiderordnung für die Termine: Dirndl, Dirndl, Dirndl. Heutzutage könne man auch mal in Jeans und Bluse auf einen Termin kommen, erklärt Klöckner – solange die Krone dabei ist.

Repräsentation im Team

Die Vaihingerin betont, dass ihre Repräsentations-Aufgabe eine Teamarbeit sei: Ihr zur Seite stehen die Ingenieurstudentin Laura Irouschek (26) und die Verwaltungsangestellte Anja Off (25), die in Stuttgart als Weinprinzessinnen gekürt wurden.

Bleibt die Frage, wie es nach dem Jahr als Weinkönigin für Carolin Klöckner weitergehen soll. Ganz klar ist das für die 22-Jährige noch nicht. „Es wird auf jeden Fall etwas mit Landwirtschaft zu tun haben“, sagt sie. Ob sie sich auch vorstellen kann, Politikerin zu werden, wie ihre Namensvetterin? Das Repräsentieren hat sie ja schon drauf. Da hält sie sich lieber bedeckt: „Der Name ist ja noch kein Grund, in die Politik zu gehen. Aber ich bin zumindest nicht abgeneigt.“

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