Hartmut Reichle hat das Restaurant Clubhaus des KV und TV Plieningen übernommen. Foto: Archiv Fritzsche

Vor einem knappen Jahr hat Hartmut Reichle die Vereinsgaststätte des KV und TV Plieningen übernommen. Die Vergangenheit des Restaurants war nicht immer rosig. Der 55-Jährige hat teilweise ganz schön zu kämpfen.

Plieningen - Als Hartmut Reichle vor einem knappen Jahr das Clubhaus des TV und des KV Plieningen übernahm, kannte er beides: die Selbstständigkeit als Wirt und das Angestelltsein als Koch. Der 55-Jährige hat knapp 40 Jahre Erfahrung in der Gastronomie gesammelt. Seine Lehre zum Koch absolvierte er in der Stuttgarter Liederhalle, später zog er als Koch durch ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz. Außerdem arbeitete er 15 Jahre lang als selbstständiger Gastronom auf der Stuttgarter Messe, dem Volksfest und in der Schleyerhalle. Zuletzt war er als Koch im Gasthof Riedsee in Möhringen, dem Schwanen in Bernhausen und in der Filderhalle angestellt. „Ich verspürte schon länger den Wunsch in mir, dass ich mich wieder selbstständig mache“, berichtet Reichle. „Es ist toll, das verwirklichen zu können, was du selbst willst.“

Manche Gäste nennen ihn „Leber-Präsident“

Als er die Plieninger Vereinsgaststätte übernahm, war ihm klar, dass die Vergangenheit des Restaurants nicht nur rosig war. Die Küche der vorigen Pächterin war einigen Besuchern nicht gutbürgerlich genug, die Quiche zu exotisch für ein Vereinsclubhaus. Außerdem stand die Gaststätte, unmittelbar bevor Reichle übernahm, drei Monate leer, da die Pächterin erkrankt war. Seit er das Restaurant übernommen hat, nennen ihn einige Gäste den „Leber-Präsident“. Denn neben typisch gutbürgerlichen Gerichten wie Zwiebelrostbraten, Schnitzel oder Maultaschen gibt es in der Gaststätte auch Leber- und Nierengerichte.

„Die Rückmeldung, die wir von den Gästen erhalten, ist extrem positiv“, sagt Andrea Urban, die Lebensgefährtin des Wirts. Sie kümmert sich um die Buchhaltung und hält den Kontakt mit den Gästen. Da Hartmut Reichle die meiste Zeit in der Küche steht, fehlt ihm dafür die Zeit. Er hat lediglich einen Aushilfskoch sowie eine Küchenhilfe, den Rest macht er selbst.

Der Andrang variiert stark

Trotz der positiven Rückmeldung der Gäste variiere der Andrang stark, sagt Andrea Urban. Sie könnten nie einschätzen, ob ihnen die Besucher das Haus einrennen oder so gut wie niemand komme. „Einige Stammtische kommen regelmäßig sowie viele Wandergruppen und Teilnehmer von Busreisen, die den Botanischen Garten oder das Landwirtschaftsmuseum besuchen“, sagt Urban. Dafür hätten aber viele Vereinssportler keine enge Bindung mehr zu ihrer Vereinsgaststätte: „Die meisten fahren nach dem Training direkt wieder“, sagt Reichle.

Seit Kurzem setzt der Wirt neben der Kochkunst auch auf kreative Kunst: Künstler können ihre Werke in dem Restaurant aufhängen und diese bewerben. Generell wollen Reichle und Urban die Gaststätte ansprechender gestalten: „Wir haben die Terrasse neu bestuhlt, Blumen gepflanzt und die Dekoration verändert“, sagt Reichle. Nun müssen nur noch die Gäste regelmäßig kommen. „Ich habe den Eindruck, dass viele noch nicht wissen, dass der Pächter gewechselt hat.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: