Windpark bei Winterbach Antrag für Windräder eingereicht

Von Phillip Weingand und Harald Beck 

Der Streit um den Windpark am Goldboden am Schurwaldrand oberhalb von Winterbach geht weiter. Die EnBW erwartet Genehmigungen bis zum Herbst – von der Initiative Pro Schurwald hagelt es Kritik.

Winterbach - Der umstrittene kleine Windpark nahe der Hochfläche Goldboden beim Winterbacher Teilort Manolz­weiler geht in die nächste und wohl vorentscheidende Planungsrunde. Die EnBW hat jetzt beim Rems-Murr-Landratsamt einen Genehmigungsantrag für die Windkraftnutzung am Schurwaldrand ­eingereicht. Ihrem Willen nach sollen am Goldboden drei Windräder mit einer ­Nabenhöhe von je 164 Metern, einem Rotor-Durchmesser von 131 Metern und einer Leistung von 3,3 Megawatt pro Anlage entstehen. Die im Windpark erzeugte Energie würde laut einer Mitteilung des Energieversorgers rechnerisch ausreichen, um 7500 Haushalte mit Strom zu versorgen. „Die EnBW rechnet mit einem Genehmigungsbescheid noch im Herbst“, heißt es in der Mitteilung zur „entscheidenden Phase im Windparkprojekt Goldboden“.

Kritik von der Bürgerinitiative Pro Schurwald

Auch bei der windkraftkritischen Bürgerinitiative Pro Schurwald ist die EnBW-Mitteilung eingegangen. Deren Vorsitzender Michael Haueis erklärt, die Nachricht, die EnBW wolle auf dem Goldboden einsteigen, habe bei der Initiative für Erstaunen gesorgt. Denn der Standort sei bereits von dem Konsortium Kommunalwind als unrentabel verworfen worden. Haueis befürchtet, die EnBW wolle die Windstärke an dem Standort nicht richtig prüfen: „Auf dem Goldboden ist nur eine viermonatige Windmessung geplant.“ Angebracht sei ­dagegen eine einjährige Messung, zudem mit einem anderen als von der EnBW ­vorgesehenen Verfahren.

Haueis und seine Mitstreiter kritisieren, die EnBW wolle „offensichtlich mehrere Projekte durchpeitschen“, bevor die Subventionen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zum Jahreswechsel geändert werden. „Da geht jetzt Schnelligkeit vor Gründlichkeit. Seriosität und Professionalität bleiben auf der Strecke“, schreibt die Bürgerinitiative.

Die Windkraftgegner haben dem Landratsamt jetzt ihre Forderungen überbracht. Sie wollen für den Standort WN-34 eine einjährige Windmessung durchsetzen. Außerdem fordern sie, die inzwischen sechs, teils auch die Nachbarkreise Esslingen und Göppingen tangierenden Vorranggebiete für Windkraft auf dem Schurwald in einem Umkreis von 14 Kilometern als ­gemeinsames Vorhaben zu betrachten.

Zweifel an ausreichendem Windaufkommen

Die aktuell zur Genehmigung anstehende Fläche am Goldboden ist im Entwurf des Regionalplans der Region Stuttgart eines von insgesamt 20 Gebieten im Rems-Murr-Kreis, die dort als „potenzielles Windvorranggebiet“ ausgewiesen sind. Die Fläche ist 2014 von ForstBW ausgeschrieben worden. Der Zuschlag ging zunächst an Kommunalwind. Die EnBW hat das Projekt im Oktober 2015 von Kommunalwind erworben. Unter anderem waren für das im vergangenen Jahr von ursprünglich rund 40 auf lediglich noch etwa 16 Hektar verkleinerte Vorranggebiet WN-34 erhebliche Zweifel an den für einen wirtschaftlichen Betrieb nötigen Windstärken aufgekommen. Mit der Verkleinerung, so argumentierte etwa die Initiative Pro Schurwald, seien aber ausgerechnet die windstärksten Teile weggefallen.

Bei der EnBW sieht man die Vorbedingungen für einen Windpark mit drei Anlagen deutlich positiver. Auf 6. Juli will der Energieversorger die Bevölkerung zu einer Informationsveranstaltung in Winterbach einladen: Der Veranstaltungsort werde rechtzeitig öffentlich bekannt gegeben.

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