An der Friolzheimer Straße, neben der alten TSV-Halle, will die Gemeinde Wimsheim eine Unterkunft für Geflüchtete bauen. Die Einrichtung soll 4,5 Millionen Euro kosten. Foto: Simon Granville

Wimsheim will wieder viel Geld in die Infrastruktur der Gemeinde investieren. Rund 5,3 Millionen Euro sollen ausgegeben werden.

Die Gemeinde Wimsheim muss scharf rechnen, wenn es um Investitionen im kommenden Jahr geht. Zwar würden jetzt die Auswirkungen der Corona-Pandemie nachlassen, doch die Flüchtlingswelle aufgrund des Krieges in der Ukraine und die aktuelle Entwicklung in der Bau- und Wohnungsbranche wirkten sich deutlich auf die Planung des kommunalen Haushalts aus, hieß es von Seiten der Verwaltung bei der Vorstellung der möglichen oder notwendigen Investitionen 2024. Rund 5,3 Millionen Euro will die Gemeinde für eine Vielzahl von Projekten ausgeben. Auf der Einnahmenseite, etwa durch Zuschüsse und Fördermittel sowie Verkäufe, fließen rund eine Million Euro in die Gemeindekasse. Damit beträgt das Investitionsvolumen netto rund 4,3 Millionen Euro.

 

Der größte Brocken wird im kommenden Jahr der Bau einer Unterkunft für Geflüchtete und Obdachlose sein, den der Gemeinderat im November beschlossen hat (wir berichteten). Rund 4,5 Millionen Euro wird die Einrichtung für bis zu 80 Bewohner kosten. Dafür stehen jetzt 3,4 Millionen Euro für das kommende Jahr auf dem Plan. Der Rest von rund 850 000 Euro wird in 2025 anfallen. Die Gemeinde rechnet mit einer Förderung von 730 000 Euro.

Mehrere Investitionen im sechsstelligen Bereich

Alle anderen geplanten Investitionen sind im Vergleich mit diesem Großprojekt eher klein, da nur sechsstellig. So wird eine erste Rate von 250 000 Euro für die Umnutzung von Vereinsräumen für eine weitere Kita-Gruppe eingestellt. 200 000 Euro fließen in den Gewässerschutz, 150 000 Euro sollen für neue Geräte auf den Spielplätzen ausgegeben werden, etwa auf dem großen Platz bei der Hagenschießhalle. Der Gemeinderat hatte im Sommer beschlossen, diese Fläche umzugestalten und neu zu möblieren. Auch die Feuerwehr wird wieder Geld erhalten und zwar 51 000 Euro für die Einführung des Digitalfunks. Die Verwaltung möchte im Zuge der Ortskernsanierung auch die Sanierung des Rathauses angehen, zumal es hierfür Fördermittel aus dem Landessanierungsprogramm gibt. Mit bis zu 60 Prozent förderfähig wären dabei etwa die Beschaffung einer Solaranlage, die Erneuerung der Fenster oder die Klimatisierung des Servers im Rathaus. Für das dafür nötige Konzept stellt die Gemeinde 50 000 Euro ein, bekommt das allerdings mit 30 000 Euro gefördert.

Die Gemeinde ist auch in Sachen Grundstücksgeschäfte aktiv. Für allgemeinen Grundstückserwerb plant sie 100 000 Euro ein, aus Grundstücksverkäufen will sie knapp eine Million Euro erlösen. Als eine Investition in die Zukunft sehen die Verwaltung und das mit den Untersuchungen von Abwasserkanälen in Wimsheim beauftragte Ingenieurbüro Kirn die Sanierung der Anlagen. Bei der Befahrung von Kanälen wurden zum Teil deutliche Schäden festgestellt, die unverzüglich behoben werden müssten, hieß es. Dies seien Erbschaften aus der Vergangenheit, die man heute beseitigen müsse, sagte der Bürgermeister Mario Weisbrich dazu. Das wird geschätzt 2,5 Millionen Euro kosten und soll auf mehrere Jahre verteilt werden. Für 2024 werden zunächst 60 000 Euro eingestellt für Maßnahmen im Rahmen der Eigenkontrollverordnung. In den Folgejahren werden dann jeweils höhere sechsstellige Beträge für die Kanalsanierungen fällig.

Mit den jetzt geplanten Investitionen liege man deutlich über der Zielgröße von vier Millionen, sagte der Bürgermeister. Noch ist der finanzielle Rahmen in Wimsheim, in dem sich diese Investitionen bewegen, nicht definiert worden.