Das städtische Grundstück ist eigentlich für den Bau einer Kindertagesstätte vorgesehen. Da das Jugendamt die Flächen aber derzeit nicht benötigt, können dort für eine bestimmte Zeit auch drei Flüchtlingsunterkünfte stehen. Foto: Archiv Torsten Ströbele

Die Gartenpächter wollen nun mit der Stadt über Ersatzgrundstücke sprechen.

Feuerbach - Seit Donnerstag ist es amtlich: An der Wiener Straße werden drei neue Flüchtlingsunterkünfte gebaut. Das hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit so beschlossen. Derzeit wird das rund 3500 Quadratmeter große Grundstück hinter dem Tanzsportzentrum von der Stadt als Gartenfläche weitervermietet. Das wird künftig dann nicht mehr der Fall sein.

Drei Pächter haben nach dem Beschluss des Gemeinderats beim Beschwerdemanagement der Stadt schriftlich ihren Unmut über die Entscheidung des Gemeinderats geäußert. Unter anderem wird bemängelt, dass die Stadträte nicht den potenziellen Alternativstandort Bolzplatz Wiener Straße/Triebweg gewählt haben. Dort hätten zwei sogenannte Systembauten Platz gefunden, eine weitere Unterkunft hätte dann hinter dem Tanzsportzentrum oder dem Vitadrom der Sportvereinigung Feuerbach gebaut werden können, betont Stephan Schütz als Sprecher der drei Pächter.

Ihm gehe es jetzt aber vor allem darum, dass endlich einmal jemand vonseiten der Stadt auf ihn und die anderen Gartenmieter zukomme, um über die Zukunft und mögliche Alternativen für die wegfallenden Gärten zu sprechen. Das sei bislang noch nicht passiert. „Die Verwaltung und die Stadträte sind herzlich eingeladen, sich mit uns an einen runden Tisch ohne Ecken und Kanten zu setzen“, sagt Stephan Schütz. Trotz allem Ärger, dass sein Vater nach 55 Jahren das gepachtete Grundstück an der Wiener Straße verlassen muss, möchte er eine friedliche Lösung herbeiführen.

Am Dienstag kommt die Sportvereinigung ins Rathaus

An anderer Stelle scheinen sich die Wogen schon wieder etwas geglättet zu haben. Um einen Teil der Gartenfläche doch noch erhalten zu können, hatten die SPD-Bezirksbeiräte vorgeschlagen, die Flüchtlingsunterkünfte auf die Beachvolleyballplätze der Sportvereinigung zu versetzen. Ob das möglich ist, sollte in einem Gespräch zwischen Vertretern des Vereins, Mitarbeitern der Stadtverwaltung sowie der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) geklärt werden. Nach dem Treffen vergangene Woche behauptete der Erste Bürgermeister Michael Föll, dass der Verein unter anderem einen erheblichen Zuschuss zum Neubau einer Sporthalle fordert, wenn er einen Teil seines Grundstücks der Stadt überlassen soll.

Föll berief sich dabei auf das Gesprächsprotokoll der städtischen Mitarbeiter, das der Präsident der Sportvereinigung, Rolf Schneider, nach eigenen Aussagen nie zu Gesicht bekommen hatte. „Wir stellen alles auf null und werden uns am Dienstag im Rathaus noch einmal zusammensetzen und uns erneut besprechen“, sagt Schneider. „Wir haben nichts Böses gewollt. Wenn nach dem Gespräch am Dienstag nun herauskommt, dass alles so bleibt wie bisher, ist das auch in Ordnung.“ Man habe sich bei der Sportvereinigung bislang nur überlegt, was man denn vielleicht tun könnte, wenn bald in unmittelbarer Nähe zum Vereinsgelände 250 neue Bürger einziehen, die Sport machen wollen und werden. Auf diese Situation wolle man vorbereitet sein.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: