Widerspruchslösung bedeutet, dass jeder automatisch als Organspender gilt - außer man selbst oder Angehörige widersprechen. Foto: dpa

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht sich deshalb dafür aus, dass jeder automatisch zum Spender wird – außer er widerspricht. Sozialminister Manne Lucha begrüßte den Vorstoß.

Stuttgart/Berlin - Für seinen Vorschlag einer Widerspruchslösung beim Thema Organspende bekommt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Rückenwind aus dem Südwesten. Sozialminister Manne Lucha begrüßte den Vorstoß. „Ich persönlich würde die Widerspruchsregelung befürworten und mittragen“, erklärte der Grünen-Politiker am Montag in Stuttgart.

Widerspruchslösung bedeutet, dass jeder automatisch als Organspender gilt - außer man selbst oder Angehörige widersprechen. Bisher sind Entnahmen in Deutschland nur möglich, wenn jemand ausdrücklich zustimmt. Das Ziel einer Neuregelung ist, die Zahl der Organspender zu erhöhen.

Davon gebe es derzeit zu wenige, betonte Lucha. Ihm zufolge bleibt die Selbstbestimmung des Einzelnen auch durch eine Widerspruchsregelung gewahrt. Es wäre damit jedem Patienten oder dessen Angehörigen selbst überlassen, eine Entnahme auszuschließen.

Laut Sozialministerium gibt es in Baden-Württemberg immer weniger Transplantationen. Die Zahlen seien in den vergangenen zehn Jahren zurückgegangen. „Waren es 2008 noch 532, so hatten wir 2017 noch 301 Organtransplantationen“, erklärte das Ministerium. Das entspreche dem bundesweiten Trend. Das aktuelle Jahr lasse allerdings auf eine Wende hoffen. „In den ersten sieben Monaten dieses Jahres waren es in Baden-Württemberg bereits 252 Transplantationen.“ Im Südwesten gibt es laut dem Ministerium 120 Entnahmekrankenhäuser. An fast allen seien Transplantationsbeauftragte.

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