Marc Kuhn testet mit der sogenannten Eye-Tracking-Methode, welche Punkte Testperson Yvonne ­Zajontz bei der gezeigten Werbung fixiert und wohin ihr Blick schweift. Foto: Leif Piechowski

Woher weiß Werbung, was wir wollen? Warum treffen wir Kaufentscheidungen meistens nicht rational? Das klärt Professor Marc Kuhn am 24. November in seinem Vortrag im Rathaus. Testpersonen wird mit Technik aufgezeigt, worauf ihr Blick fällt. Ein Gespräch mit Kuhn.

Stuttgart – Woher weiß Werbung, was wir wollen? Warum treffen wir Kaufentscheidungen meistens nicht rational? Das klärt Professor Marc Kuhn am Samstag, 24. November, um 13 Uhr in seinem Vortrag im Rathaus. Testpersonen wird mit Technik aufgezeigt, worauf ihr Blick fällt. Dazu ein Gespräch mit Kuhn.

Guten Tag, Herr Kuhn. Wann haben Sie zum letzten Mal etwas gekauft, was eigentlich kein Mensch braucht?
Vor sechs Monaten.

Und was?
Einen sprechenden Kiwi – einen neusee­ländischen Vogel.

Wie oft kommt es vor, dass Sie unnütze Dinge kaufen.
Einmal pro Jahr.

Und wer straft Sie dafür ab? Ihr Gewissen oder ihre Frau?
(Zögert) . . . häufig meine Frau. Aber in diesem Fall war sie gnädig, weil der Vogel für unsere Tochter bestimmt war. Bei uns ist es aber so, dass ich zu Lustkäufen neige und sie eher rationale Kaufentscheidungen trifft.

Warum kaufen Menschen unnütze Dinge?
Da geht es um die Frage: Wie ist mein ­Involvement zu dieser Sache.

Pardon, was ist Involvement?
Wie ich zu einer Sache stehe, wie hoch ist meine Bereitschaft, mich mit einem Produkt auseinanderzusetzen. Wenn ich also einen konkreten Bedarf habe, bin ich hoch involviert. Aber meistens ist man gering involviert. Das heißt, wenn es Werbung schafft, mich aus dieser Lethargie rauszureißen, dann kaufen Sie auch einen Plastikvogel aus Neuseeland.

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