Die Legalisierung von Cannabis regt die Kursfantasien vieler Anleger an, doch bislang fiel die Rendite der meisten Cannabis-Aktien wenig berauschend aus, meint unser Autor Jonas Schöll.
Die Kurse von Cannabis-Aktien sind in jüngster Zeit reihenweise durch die Decke gegangen. Dafür gibt es gute Gründe: Angesichts der teilweisen Legalisierung in Deutschland wollen viele Anleger vom Kurswechsel der Politik profitieren. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass sich die Marktbedingungen für Gras bald auch andernorts ändern könnten. Riesige Märkte für den Freizeitkonsum könnten weltweit entstehen. Die potenzielle Kundschaft ist groß. Branchenexperten rechnen mit einem Milliardenmarkt. Völlig berauscht vom grünen Hype träumt so mancher schon davon, dass Cannabis irgendwann Mal in die Liga von Wein und Schokolade aufrücken könnte.
Cannabis-Aktien sind ein Spiel mit dem Feuer
Tatsächlich, Kiffen kommt immer mehr aus der Schmuddelecke. Viele Länder sind bereits auf Legalisierungskurs. In Kanada und Teilen der USA ist das Rauschmittel seit Jahren schon legal, in anderen Teilen stehen die Zeichen auf Lockerung. Doch all der Kursfantasien zum Trotz: Bei einem Investment in den Cannabis-Sektor ist höchste Vorsicht geboten. Anleger können sich an Gras gehörig die Finger verbrennen – das zeigt die junge Vergangenheit der meisten Cannabis-Aktien. Bereit mehrfach kam es in den vergangenen Jahren zu vergleichbaren Aktienrallyes, wenn Regierungen ankündigten ihre Drogengesetze zu lockern – doch kurz darauf löste sich meist alles in Rauch auf.
Nicht alle Eier in ein Nest legen
Deutschen Anlegern sollte das Beispiel Kanada eine Lehre sein. Dort folgte 2018 auf die anfangs großen Renditen nach der Legalisierung rasch die Ernüchterung, als sich zeigte, dass der Bedarf an Marihuana weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Eines der Hauptprobleme ist, dass viele der Aktien extrem sensibel auf politische Entscheidungen reagieren. So schnell die Kurse steigen, so schnell können sie danach wieder fallen, wenn der Hype verfliegt. Wer trotzdem in die Branche investieren möchte, sollte auf unterschiedliche Aktien oder Cannabis-ETF setzen. So kann das Risiko reduziert werden. Das Depot sollte „breit“ aufgestellt sein. Cannabisliebhaber wissen: Die Mischung macht’s.