Für viele Flüchtlinge wird das Mittelmeer zur tödlichen Falle (Symbolbild). Foto: ANSA

Flüchtlingsboote starten nicht mehr nur in Libyen, sondern auch zunehmend an der Mittelmeerküste Ägyptens. Nun ertranken dort Dutzende Menschen in den Wellen. Und die Zahl steigt.

Kairo - Bei der Havarie eines Flüchtlingsboots vor der ägyptischen Küste sind mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte die Armee am Mittwochabend mit. Die genaue Zahl der Opfer ist einem Sprecher des Gesundheitsministeriums zufolge noch unklar. Über 150 Menschen seien bislang gerettet worden, doch würden weitere Leichen aus dem Wasser geborgen. Nach einem Bericht der amtlichen ägyptischen Nachrichtenagentur Mena waren etwa 600 Menschen an Bord des Boots, als es am Mittwoch nahe der Küstenstadt Alexandria kenterte.

Migrationsversuch vereitelt

Ein Vertreter des örtlichen Gesundheitsministeriums der Provinz Al-Buhaira, Alaa Osman, sagte, die Insassen stammten aus verschiedenen afrikanischen Ländern. Die ägyptische Armee erklärte später, sie habe „einen illegalen Migrationsversuch vereitelt.“ Nähere Angaben dazu gab es zunächst nicht.

Tausende Flüchtlinge und Migranten haben in den vergangenen Jahren versucht, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen und so Kriegen und Armut zu entfliehen. Die meist in Libyen startende Überfahrt ist lebensgefährlich. Tausende Menschen sind dabei ertrunken.

Seit vergangenem Jahr versuchen nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex immer mehr Flüchtlinge, das Mittelmeer von Ägypten aus zu überqueren. Zwischen Januar und September 2016 kamen in Italien mehr als 12 000 in Ägypten in See gestochene Migranten an. Im selben Zeitraum 2015 waren es 7000 gewesen. Meistens werden sie Experten zufolge von Schleppern in alten und überfüllten Fischerbooten auf ihre Reise geschickt.

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