Peter Schneider hofft, dass die EZB unter der Führung von Christine Lagarde ihre Geldpolitik auf den Prüfstand stellt. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

IWF-Chefin Christine Lagarde soll künftig die EZB führen, die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen der EU-Kommission vorsitzen. Nominierungen, die beim baden-württembergischen Sparkassenpräsidenten Peter Schneider auf positive Resonanz stoßen.

Stuttgart - Gleich mit zwei überraschenden Nominierungen hat der Sondergipfel der Europäischen Union am Dienstag in Brüssel aufgewartet: Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen soll künftig die EU-Kommission leiten und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), die Französin Christine Lagarde, soll die erste Frau an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) werden. Darauf einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU nach stundenlangen Beratungen in Brüssel. Beim Präsidenten des Sparkassenverbands Baden-Württemberg, Peter Schneider stößt die Nominierung für die siebenfache Mutter und CDU-Politikerin von der Leyen auf Zustimmung: „Es ist sehr erfreulich, dass mit Ministerin Ursula von der Leyen nach vielen Jahrzehnten wieder einmal eine Deutsche das Spitzenamt in der EU übernehmen soll. Frau von der Leyen hat viel Regierungserfahrung auch in schwierigen Ressorts und ihre Nominierung zeigt, dass sie auch international geschätzt ist“, sagte Schneider unserer Zeitung.

Mit der Entscheidung für Christine Lagarde verbindet Schneider große Hoffnungen. Sie habe als IWF-Chefin bewiesen, dass sie durchsetzungsfähig und entscheidungsfreudig sei. Dabei habe sie auch vor Konflikten und harten Entscheidungen gegenüber einzelnen Ländern und Regierungen nicht zurückgeschreckt, so Schneider. „Daher verbinde ich mit ihr die Hoffnung, dass die Geldpolitik nicht noch expansiver wird. Denn die jüngsten Aussagen des amtierenden EZB-Präsidenten haben uns aufgeschreckt. Wir haben bereits heute eine verheerende Zinssituation, deren Ende nicht absehbar ist. Wenn die EZB diesen Kurs noch verschärft, würde das vor allem die Sparerinnen und Sparer sehr hart treffen.“ Sie seien schon heute die klaren Verlierer dieser Zinspolitik. „Daher hoffe ich, dass die EZB unter der Leitung von Frau Lagarde erkennt, dass das Festhalten an der expansiven Geldpolitik und der Negativzinsen fatale Folgen zum Beispiel für die Alterssicherung von Millionen Europäern hat, deren volle Wucht aber erst nach und nach richtig spürbar wird – hoffentlich nicht erst dann, wenn es für eine Kurskorrektur zu spät ist.“

Auch Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), begrüßte die Personalie: „Christine Lagarde ist eine hochqualifizierte, kompetente und sehr erfahrene Fachfrau, die sich bereits in Spitzenämtern, etwa beim IWF, bewiesen hat - auch wenn sie noch keine Erfahrung als Zentralbankerin sammeln konnte“, sagte er. „Wie Lagarde als EZB-Präsidentin agieren wird, bleibt also abzuwarten. Für die Sparer in Deutschland und die Volksbanken und Raiffeisenbanken hoffen wir sehr, dass endlich ein Ausstieg aus der fatalen und dauerhaft äußerst schädlichen Niedrigzinspolitik eingeleitet wird. Aus unserer Sicht wäre auch Jens Weidmann eine hervorragende Lösung gewesen, was aber leider nicht durchsetzbar war.“

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