Tatiana Chao in Aktion – hier beim Training der HTC-Frauen Foto: Baumann

Tatiana Chao ist die Frau des VfB-Stuttgart-Profis Emiliano Insua – und spielt in der Regionalliga erfolgreich Hockey beim – HTC Stuttgarter Kickers. Wie es dazu kam und was ihr Mann dazu sagt.

Stuttgart - Nein, von der Rivalität zwischen den Kickers und dem VfB wisse sie nichts, sagt Tatiana Chao. Auch ihr Mann, seines Zeichens Außenverteidiger beim Stuttgarter Fußball-Bundesligisten, habe in dieser Hinsicht noch nichts angedeutet. Die Frage nach Rot oder Blau hat sich der Argentinierin folglich nie gestellt. Stattdessen spielt Chao nun ihre zweite Saison beim Club an der Hohen Eiche, nachdem sie zuletzt wegen einer Schwangerschaft pausieren musste.

Die 29-Jährige fühlt sich sichtlich wohl beim HTC, ist voll und ganz in die Mannschaft und den Verein integriert – und unterhält sich auch vor dem Training gerne lebhaft mit ihren Mitspielerinnen. Dann muss aber oft die Mannschaftskollegin Carolin Braun als Dolmetscherin einspringen. Deutsch kann Tatiana Chao nämlich noch nicht. „Das ist eigentlich kein Problem. Ich studiere Spanisch und helfe, wo ich kann. Zur Not auch auf dem Spielfeld, wenn unser Trainer mit der Taktiktafel nicht weiterkommt“, erklärt Braun, die bezüglich der Rivalität zwischen den beiden Stuttgarter Vereinen noch hinzufügt: „Mit den Hockey-Spielerinnen des VfB verstehen wir uns übrigens sehr gut. Das ist wohl nur beim Fußball so ein schwieriges Verhältnis.“

Der Trainer ist voll des Lobes für seine Spielerin

Nach Stuttgart kam Chao vor gut einem Jahr, als ihr Mann einen Vertrag beim Verein am Cannstatter Wasen unterschrieb. Hockey spielen wollte sie hier zunächst nicht. Land und Leute waren ihr fremd, sie habe sich anfangs überhaupt nicht wohlgefühlt, erzählt Chao. „Eine Freundin hat mir aber irgendwann vom HTC berichtet und geschildert, was für eine gute Arbeit dieser Verein macht. Dann habe ich mich doch dazu entschlossen, wieder sportlich aktiv zu werden.“

Sie hätte auch in der Hockey-Abteilung des VfB landen können, doch der Weg führte zu den Kickers. „Und darüber sind wir auch sehr froh“, betont ihr Trainer Andreas Sauck. „Tatiana ist eine erfahrene Spielerin, die viel Spielverständnis mitbringt. Dadurch ist sie gerade in unserer aktuellen Situation Gold wert. Und das, nachdem sie erst vor wenigen Monaten zum zweiten Mal Mutter wurde“, sagt Sauck und staunt.

Der Aufstieg in die zweite Bundesliga ist aktuell kein Thema

Momentan stehen die Frauen der Kickers in der Regionalliga Süd auf dem vierten Tabellenplatz. Am Sonntag (14 Uhr) geht es im letzten Heimspiel der Feld-Hinrunde gegen den TSV Mainz um wichtige Punkte. Die Kickers streben einen sicheren Platz im Mittelfeld der Tabelle an. Scheiterte man in der vergangenen Saison erst in der Relegation am Ziel, in die Zweite Bundesliga aufzusteigen, muss man in dieser Runde definitiv kleinere Brötchen backen. Zwar ist man mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht unzufrieden – besonders die Stimmung innerhalb der Mannschaft sei sehr gut, wie Angreiferin Braun betont. Gerade die letzten Wochen aber ließen die nötigen sportlichen Erfolge vermissen. Das liegt wohl auch an der angespannten personellen Situation auf der Waldau. Vor der Runde verließen mehrere Spielerinnen den Verein. Diese Lücken konnten nicht völlig gestopft werden: „Auch wenn sich die Lage momentan etwas entspannt, haben wir noch immer nicht genügend Spielerinnen, um oft genug durchzuwechseln und somit Kräfte zu sparen. Das macht uns in den meisten Begegnungen erheblich zu schaffen“, sagt Sauck.

Umso wichtiger also, dass Emiliano Insua weiterhin Linksverteidiger beim VfB Stuttgart ist und dementsprechend auch Tatiana Chao dem HTC erhalten bleibt. Darüber ist die Mittelfeldspielerin, die bereits in Buenos Aires in der ersten argentinischen Liga und in Madrid in der zweiten Liga aktiv war, ebenfalls glücklich: „Auch wenn ich gerne noch mehr von der Welt sehen würde, will ich eigentlich nicht noch einmal umziehen. Vor allem wegen der Kinder.“

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