Bald ein Stuttgarter? Sekou Sanogo (2. v. re.) von Young Boys Bern Foto: Getty

Der Wechsel von Lukas Rupp vom VfB Stuttgart zu 1899 Hoffenheim ist perfekt – und die Roten haben schon einen Ersatzmann an der Angel.

Stuttgart - Man kann die Sache ja auch sachlich und nüchtern sehen. Also so wie Timo Baumgartl. Der Abwehrspieler des VfB Stuttgart fand es zwar „schön, dass der Spielplan nun bekannt ist“, vermutlich hätte es ihm aber auch gereicht, wenn er kurz vor dem Saisonstart am 5. August davon erfahren hätte. Denn er sagt: „Wir müssen im Saisonverlauf gegen alle Gegner bestehen. Deshalb spielt es eine untergeordnete Rolle, auf wen wir treffen.“ Ganz so cool wie der Innenverteidiger gehen aber nicht alle mit dem Saisonprogramm um.

Der VfB trifft zum Auftakt der Zweitligasaison auf den FC St. Pauli – und die Fans der Roten haben angesichts dieses Heimspiels zum Start den Abstiegsfrust fast vergessen. „Mit St. Pauli treffen wir zum Auftakt auf einen ambitionierten Gegner. Es wird ein sehr interessantes Duell werden, hoffentlich vor einer tollen Kulisse“, sagt auch Stürmer Simon Terodde. Noch unklar ist, wann der VfB diese Partie gegen die Hamburger austrägt. Das Eröffnungsspiel der Saison bestreiten am Freitagabend (20.30 Uhr) der 1. FC Kaiserslautern und Hannover 96. Womöglich ist der VfB dann gleich zum Auftakt am ­Montagabend dran. Die genaue Ansetzung erfolgt in der kommenden Woche.

„Ich freue mich, dass wir mit einem Heimspiel starten. Es geht gleich gegen einen Traditionsverein“, sagte VfB-Trainer Jos Luhukay nach dem Training am Mittwochmittag, „auch für unsere Fans ist es schön, dass wir zum Auftakt ein Heimspiel haben.“ Dass nach dem Auftakt zwei Auswärtsspiele in Düsseldorf und Sandhausen folgen, stört den Coach nicht: „Entscheidend ist das Heimspiel zu Beginn, da ­können wir vor unseren Fans gleich einen Eindruck geben.“ Vor allem jene Spieler, die ihre Visitenkarte noch nicht abgegeben haben in der Mercedes-Benz-Arena. Also womöglich auch Sekou Sanogo.

Für Rupp erhält der VfB rund sechs Millionen Euro

Der 27-Jährige von der Elfenbeinküste steht ganz oben auf der Wunschliste des VfB, die Verhandlungen sind in der finalen Phase – und wenn alles klappt, könnte Sanogo die Lücke schließen, die Lukas Rupp mit seinem Abgang hinterlässt. Seit Mittwoch ist klar, dass der Mittelfeldspieler trotz seines zweiten Abstiegs aus der Bundesliga (erst mit dem SC Paderborn, dann mit dem VfB) erstklassig bleibt. Der 25-Jährige wechselt zu 1899 Hoffenheim, wo er einen Vertrag bis 2020 unterschrieben hat. Dem VfB bringt der Wechsel Rupps rund sechs Millionen Euro, diese Summe kann über Zusatzvereinbarungen noch leicht steigen.

Einen Teil dieser Summe will der VfB gleich wieder investieren – in einen Spieler, der im vergangenen Winter beinahe beim Hamburger SV gelandet wäre. Doch dann trafen die erforderlichen Unterlagen zu spät beim HSV ein, das verabredete Leihgeschäft platzte. Nun ist der VfB am Zug und lockt den defensiven Mittelfeldspieler vom Schweizer Erstligisten Young Boys Bern, wo dessen Vertrag noch bis 2018 lief.

Sanogo hat in den vergangenen Jahren 140 Partien im Schweizer Oberhaus ab­solviert und dabei für drei Vereine gespielt. Dazu kommen insgesamt 26 internationale Einsätze in der Europa League und der Champions-League-Qualifikation. In Stuttgart würde der 1,82 große Ivorer auf Landsmann Serey Dié treffen – dessen Ersatz er aber auch sein könnte. Einerseits, weil der ­Mittelfeldmann derzeit noch verletzt fehlt, andererseits, weil dessen Verbleib beim VfB noch nicht sicher ist.

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